Gefallene Engel
1870Es ist die alte finst’re Mähr Von zwei Vermaledeiten, Die ohne Rast und ohne Ruh Fort durch die Hölle schreiten. Von Zweien, die voll Hochmuth einst Verschmäht des Himmels Frieden, Und eine Seligkeit hindurch Sich fremd und stolz gemieden; Von zwei Vermaledeiten, die So fern nun allem Reinen, Sich suchen, finden, halten, ach! Und weinen - weinen - weinen!
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Interpretation
Das Gedicht "Gefallene Engel" von Ada Christen handelt von zwei Verdammten, die einst aus Hochmut den Frieden des Himmels verschmähten und nun ohne Rast und Ruh durch die Hölle schreiten. Sie sind von allem Reinen fern und suchen, finden und halten sich gegenseitig, während sie bitterlich weinen. Die "alte finstre Mähr" deutet darauf hin, dass es sich um eine bekannte, tragische Geschichte handelt, die von der Bestrafung des Hochmuts und der Sehnsucht nach verlorenem Paradies erzählt. Die beiden Verdammten werden als "Vermaledeite" bezeichnet, was ihre Verfluchung und ewige Verdammnis unterstreicht. Ihre ewige Wanderung durch die Hölle ohne Rast und Ruh symbolisiert die unendliche Qual und das Fehlen von Frieden und Erlösung. Die Tatsache, dass sie sich trotz ihrer Verdammnis suchen und finden, deutet auf eine tiefe Verbundenheit und ein geteiltes Schicksal hin, das sie auch in der Hölle nicht loslässt. Das wiederholte Weinen am Ende des Gedichts betont die tiefe Trauer und Reue der Verdammten. Es zeigt ihre Erkenntnis der verpassten Gelegenheit zur Seligkeit und die unausweichliche Konsequenz ihres Stolzes. Das Gedicht vermittelt eine düstere und warnende Botschaft über die Folgen des Hochmuts und die unumkehrbare Natur der Verdammnis, während es gleichzeitig die anhaltende menschliche Sehnsucht nach Verbindung und Erlösung zum Ausdruck bringt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- ohne Rast und ohne Ruh
- Anapher
- Es ist die alte finst're Mähr Von zwei Vermaledeiten, Die ohne Rast und ohne Ruh Fort durch die Hölle schreiten. Von Zweien, die voll Hochmuth einst Verschmäht des Himmels Frieden, Und eine Seligkeit hindurch Sich fremd und stolz gemieden; Von zwei Vermaledeiten, die So fern nun allem Reinen,
- Hyperbel
- Fort durch die Hölle schreiten
- Metapher
- Es ist die alte finst're Mähr
- Personifikation
- Sich fremd und stolz gemieden
- Wiederholung
- weinen - weinen - weinen!