Gedankenleere Reime
1782Empfindt nicht die Brust Entzückende Triebe, Den Ursprung der Lust, Die zärtliche Liebe?
Schon siegt der Affeckt! Die Ruhe, die Schmerzen, Entfliehen, erschreckt, Den siegenden Scherzen.
Die Seufzer fliehn nach, Und jagen sie weiter! Ich fühl allgemach Die Stärke der Streiter.
O glücklicher Krieg! O fröhliche Stunden! Itzt hab ich den Sieg Der Liebe empfunden!
Die Lieb ist kein Schmerz! Ich seh es aus Gründen: Verschenkt man sein Herz, Um Schmerz zu empfinden?
Anhören
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "Gedankenleere Reime" von Johanna Charlotte Unzer beschreibt die überwältigende und befreiende Kraft der Liebe. Die Sprecherin fragt zu Beginn, ob nicht jeder die bezaubernden Triebe und den Ursprung der Lust, die zärtliche Liebe, in seiner Brust spürt. Sie betont, dass die Liebe bereits gesiegt hat und die Ruhe und Schmerzen, die von ihr erschreckt wurden, fliehen. Die zweite Strophe verdeutlicht, wie die Seufzer der Liebe nachjagen und sie weiterjagen, während die Sprecherin allmählich die Stärke der Streiter, also der Liebenden, spürt. Der Krieg der Liebe wird als glücklich und die Stunden als fröhlich beschrieben. Die Sprecherin hat nun den Sieg der Liebe empfunden und ist von ihrer Macht überzeugt. Im letzten Vers des Gedichts stellt die Sprecherin die rhetorische Frage, ob die Liebe ein Schmerz sei. Sie argumentiert, dass dies nicht der Fall sein könne, da niemand sein Herz verschenken würde, um Schmerz zu empfinden. Die Liebe wird als etwas Positives und Erfüllendes dargestellt, das keine Schmerzen bereitet, sondern vielmehr Glück und Freude bringt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Die Ruhe, die Schmerzen
- Hyperbel
- Ich fühl allgemach Die Stärke der Streiter
- Metapher
- O glücklicher Krieg! O fröhliche Stunden!
- Personifikation
- Empfindet nicht die Brust Entzückende Triebe
- Rhetorische Frage
- Verschenkt man sein Herz, Um Schmerz zu empfinden?