Gebt Euren Toten Heimrecht

Walter Flex

1917

Gebt Euren Toten Heimrecht, Ihr Lebendigen, daß wir unter Euch wohnen und weilen dürfen in hellen und dunklen Stunden. Weint uns nicht nach, daß jeder Freund sich scheuen muß, von uns zu reden! Macht, daß die Freunde ein herz fassen, von uns zu plaudern und zu lachen! Gebt uns Heimrecht, wie wir´s im Leben genossen haben.

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Interpretation

Das Gedicht "Gebt Euren Toten Heimrecht" von Walter Flex ist ein Appell der Verstorbenen an die Lebenden. Die Toten fordern das Recht, weiterhin unter den Lebenden zu weilen und in allen Stunden präsent zu sein. Sie möchten nicht betrauert werden, sondern dass ihre Freunde sich trauen, von ihnen zu sprechen und mit ihnen zu lachen. Das Gedicht drückt den Wunsch der Toten aus, auch im Tod ein Teil des Lebens ihrer Liebsten zu bleiben. In den Zeilen "Weint uns nicht nach, / daß jeder Freund sich scheuen muß, / von uns zu reden!" zeigt sich die Trauer der Toten darüber, dass sie von den Lebenden gemieden werden. Sie möchten nicht vergessen werden, sondern weiterhin ein Teil des Lebens ihrer Freunde sein. Das Gedicht fordert die Lebenden auf, die Toten nicht aus ihrem Leben zu verbannen, sondern ihnen ein "Heimrecht" zu gewähren. Die letzten Zeilen "Gebt uns Heimrecht, / wie wir´s im Leben genossen haben." verdeutlichen den Wunsch der Toten, auch im Tod weiterhin ein Teil des Lebens ihrer Liebsten zu sein. Sie möchten nicht ausgeschlossen werden, sondern weiterhin in den Herzen und Gedanken der Lebenden präsent sein. Das Gedicht appelliert an die Lebenden, die Toten nicht zu vergessen und ihnen ein Zuhause in ihren Herzen zu geben.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Anapher
Gebt Euren Toten Heimrecht, Gebt uns Heimrecht
Apostrophe
Gebt Euren Toten Heimrecht, Ihr Lebendigen
Imperativ
Gebt Euren Toten Heimrecht
Kontrast
in hellen und dunklen Stunden
Metapher
Gebt uns Heimrecht
Parallelismus
daß wir unter Euch wohnen und weilen dürfen
Rhetorische Frage
daß jeder Freund sich scheuen muß, von uns zu reden!