Gebet bei der Gefangenschaft des Papstes
unknownHör′ auf deines Volkes Flehen, Heiland, laß vorüber gehen Deiner Kirche Todeswehen.
Was ihr deine Huld gespendet, Ach ihr Kleinod ist entwendet, König, deine Braut geschändet.
Räuber haben Hohn gesprochen, Sind mit Lästerung und Pochen In dein Heiligthum gebrochen.
Deine Heerde wird zerstreuet, Weil der Wolf, der dich nicht scheuet, Ihr mit neuen Sünden dräuet.
Thränen rufen dich und Lieder, König, sende Hilfe nieder, Gib ihr ihren Hirten wieder.
Wollest den Gefang′nen stärken, Bei des heil′gen Amtes Werken - Deine Hilf′ ihn lassen merken.
Da Sanct Peter war in Nöthen, Eilten Christen mit Gebeten Ihren Bischof zu vertreten.
Und als Paulus lag gebunden, Haben Heil′ge sich gefunden, Um zu lindern seine Wunden.
Paul und Peter, Kirchensäulen, Heil′ge Schirmer, wollet eilen Unsers Vaters Herz zu heilen;
Die, mit zornerfüllten Mienen, Einst dem Attila erschienen Und ihn zwangen euch zu dienen,
Wollet nun den Frevler lohnen, Der zertreten eure Kronen - Wollet länger sein nicht schonen.
Aergster aus dem argen Heere, Fühl′ er des Gerichtes Schwere, Herr, um deines Namen Ehre.
Wappne dich mit deinem Blitze! - Ihn, der an der Frevler Spitze, Triff in seinem Höllensitze.
Daß umsonst nicht deine Wunden, Sei, wie Sodoma verschwunden, Nirgend seine Stadt gefunden.
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Interpretation
Das Gedicht "Gebet bei der Gefangenschaft des Papstes" von Max von Schenkendorf ist ein leidenschaftliches Plädoyer für die Befreiung des Papstes aus der Gefangenschaft. Der Dichter appelliert an den Heiland, die Leiden der Kirche zu beenden und den Papst zu stärken. Er beschreibt die Entweihung des Heiligtums und die Zerstreuung der Herde durch den Wolf, der neue Sünden androht. Das Gedicht ruft die Heiligen Petrus und Paulus an, die in ihrer Not von Christen unterstützt wurden, um den Vater zu heilen und den Frevler zu bestrafen. Der Dichter fordert die Heiligen auf, den Frevler zu bestrafen, der ihre Kronen zertreten hat. Er betont die Notwendigkeit, den schlimmsten aus dem bösen Heer zu bestrafen, damit er die Schwere des Gerichts spürt und der Name des Herrn geehrt wird. Das Gedicht endet mit einem Aufruf zur Bewaffnung mit dem Blitz, um den Anführer der Frevler in seinem Höllensitz zu treffen. Der Dichter warnt davor, dass die Wunden des Herrn umsonst waren, wenn die Stadt des Frevlers nicht zerstört wird wie Sodom.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Räuber haben Hohn gesprochen, / Sind mit Lästerung und Pochen / In dein Heiligthum gebrochen.
- Anapher
- Da Sanct Peter war in Nöthen, / Eilten Christen mit Gebeten / Ihren Bischof zu vertreten.
- Anspielung
- Da Sanct Peter war in Nöthen, / Eilten Christen mit Gebeten / Ihren Bischof zu vertreten.
- Apostroph
- König, sende Hilfe nieder, / Gib ihr ihren Hirten wieder.
- Hyperbel
- Fühl′ er des Gerichtes Schwere, / Herr, um deines Namen Ehre.
- Metapher
- Heiland, laß vorüber gehen / Deiner Kirche Todeswehen.
- Metonymie
- Weil der Wolf, der dich nicht scheuet, / Ihr mit neuen Sünden dräuet.
- Personifikation
- Weil der Wolf, der dich nicht scheuet, / Ihr mit neuen Sünden dräuet.
- Symbol
- Weil der Wolf, der dich nicht scheuet, / Ihr mit neuen Sünden dräuet.