Gebet
unbekanntErtrage du′s, laß schneiden dir den Schmerz scharf durchs Gehirn und wühlen hart durchs Herz - das ist der Pflug, nach dem der Sämann sät, daß aus der Erde Wunden Korn entsteht.
Korn, das der armen Seele Hunger stillt - mit Korn, o Vater, segne mein Gefild: Reiß deinen Pflug erbarmungslos den Pfad, doch wirf auch ein in seine Furchen Saat!
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Interpretation
Das Gedicht "Gebet" von Ferdinand Avenarius thematisiert die schmerzhafte, aber notwendige Erfahrung von Leid als Voraussetzung für Wachstum und Erneuerung. Der Sprecher bittet darum, den Schmerz ertragen zu dürfen, der wie ein Pflug durch das Gehirn und Herz schneidet. Dieser Schmerz wird als notwendiger Prozess dargestellt, durch den neues Leben entstehen kann, vergleichbar mit dem Sämann, der nach dem Pflügen den Samen ausstreut. Die Metapher des Pfluges und des Saatgutes wird im zweiten Teil des Gedichts weitergeführt. Der Sprecher bittet den Vater, sein Feld mit Korn zu segnen, was als Bitte um spirituelle Nahrung und Erneuerung interpretiert werden kann. Der Pflug wird als "erbarmungslos" beschrieben, was die Intensität des Leidens unterstreicht, aber auch die Notwendigkeit dieses Prozesses für das Wachstum. Abschließend bittet der Sprecher darum, dass der Pflug nicht nur den Pfad reißt, sondern auch Saat in die Furchen wirft. Dies kann als Bitte um Hoffnung und positive Veränderung inmitten des Leidens verstanden werden. Das Gedicht vermittelt eine tiefgründige Botschaft über die transformative Kraft des Leidens und die Möglichkeit der Erneuerung durch spirituelle Nahrung.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Apostrophe
- mit Korn, o Vater, segne mein Gefild
- Bildlichkeit
- daß aus der Erde Wunden Korn entsteht
- Metapher
- das ist der Pflug, nach dem der Sämann sät
- Personifikation
- Korn, das der armen Seele Hunger stillt
- Symbolik
- Reiß deinen Pflug erbarmungslos den Pfad