Gebet
unbekanntTrostlos-weinende Sehnsucht, Du geleitest Einzig meine verirrte, Wundenblutige Seele, Und Dein hilflos Kindisch-thörichtes Weinen Mehrt ihre Qualen.
Weinende Sehnsucht, Lass′, o lass′ meine Seele Pilgern und irren, Fallen, verderben, Aber gönn′ ihr Hoffnungsloses, Selig-schweigendes Sterben.
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Interpretation
Das Gedicht "Gebet" von Felix Dörmann ist eine tiefgründige Reflexion über die menschliche Sehnsucht und das Leid, das sie begleitet. Die Sehnsucht wird als tröstlos und weinend dargestellt, die die Seele auf ihrem verirrten und wunden Weg begleitet. Die Verwendung von Begriffen wie "Wundenblutige Seele" und "hilflos Kindisch-thörichtes Weinen" unterstreicht die Intensität des Schmerzes und der Verzweiflung, die die Sehnsucht mit sich bringt. Die Seele wird als verwundet und verloren dargestellt, was die tiefe emotionale Verwirrung und das Leiden des lyrischen Ichs verdeutlicht. Die zweite Strophe des Gedichts zeigt einen Appell an die Sehnsucht, die Seele weiterhin irren und fallen zu lassen, aber letztendlich ein "hoffnungsloses, selig-schweigendes Sterben" zu gewähren. Diese Bitte um Erlösung durch den Tod offenbart die tiefe Verzweiflung und die Hoffnungslosigkeit des lyrischen Ichs. Der Kontrast zwischen dem "hoffnungslosen" Sterben und dem "selig-schweigenden" Charakter des Todes deutet auf eine paradoxe Sehnsucht nach Frieden und Erlösung hin, selbst wenn dies durch den Verlust des Lebens erreicht wird. Insgesamt vermittelt das Gedicht ein Bild von tiefer emotionaler Verzweiflung und dem Wunsch nach Erlösung von den Qualen der Sehnsucht. Die Sprache ist eindringlich und voller emotionaler Intensität, was die innere Zerrissenheit und das Leiden des lyrischen Ichs eindrucksvoll zum Ausdruck bringt. Dörmann nutzt die Sehnsucht als zentrales Motiv, um die menschliche Erfahrung von Schmerz, Verlust und dem Streben nach Erlösung zu erforschen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Weinende Sehnsucht, Lass′, o lass′ meine Seele
- Assonanz
- Hoffnungsloses, Selig-schweigendes Sterben
- Hyperbel
- Mehrt ihre Qualen
- Parallelismus
- Pilgern und irren, Fallen, verderben
- Personifikation
- Du geleitest