Gasel
1867Du weißt es, wie mein ganzes Herz allein durch deine Milde lebt, Du weißt es, wie mein ganzes Herz allein in deinem Bilde lebt; Denn wie die Schönheit nimmer schön, die nicht der Seele Atem kennt, Wie durch des Lichtes Kraft allein der Zauber der Gefilde lebt, So ist das Leben nicht belebt als durch der Liebe Sakrament; Das fühlet, wer die Liebe fühlt, wer unter ihrem Schilde lebt. Ich aber, der die liebste Frau sein unverlierbar Eigen nennt, Ich fühle, wie die ganze Welt allein in ihrem Bilde lebt.
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Interpretation
Das Gedicht "Gasel" von Theodor Storm handelt von der tiefen Liebe und der innigen Verbundenheit des lyrischen Ichs mit einer geliebten Frau. Der Sprecher betont, dass sein ganzes Herz allein durch die Milde und das Bild der Geliebten lebt. Die Liebe wird als lebensnotwendig dargestellt, vergleichbar mit dem Atem der Seele oder dem Licht, das die Schönheit der Landschaft erst zum Leben erweckt. Der Sprecher beschreibt, wie die Liebe als Sakrament das Leben erst belebt und wie sich dieses Gefühl nur für diejenigen erschließt, die selbst die Liebe erfahren haben und unter ihrem schützenden Schild leben. Die Metapher der Liebe als Schild deutet auf eine schützende und umhüllende Kraft hin, die dem Liebenden Halt und Geborgenheit gibt. Im letzten Vers steigert sich die Intensität der Gefühle, indem der Sprecher seine geliebte Frau als sein "unverlierbar Eigentum" bezeichnet und betont, dass für ihn die ganze Welt allein in ihrem Bild lebt. Dies verdeutlicht die tiefe Verbundenheit und die zentrale Bedeutung der Geliebten im Leben des lyrischen Ichs, deren Anwesenheit die gesamte Welt des Sprechers ausmacht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Du weißt es, wie mein ganzes Herz allein durch deine Milde lebt, Du weißt es, wie mein ganzes Herz allein in deinem Bilde lebt;
- Hyperbel
- wie die ganze Welt allein in ihrem Bilde lebt
- Metapher
- wie durch des Lichtes Kraft allein der Zauber der Gefilde lebt
- Parallelismus
- wie mein ganzes Herz allein durch deine Milde lebt, Du weißt es, wie mein ganzes Herz allein in deinem Bilde lebt
- Vergleich
- Denn wie die Schönheit nimmer schön, die nicht der Seele Atem kennt