Gartennachricht
1838Am sechsten März ging in Schönbrunn Ein Sturm wie sonst noch nie, Der bracht in höchste Konfusion Parterr und Menagerie. Die Wipfel aber, die zuhöchst, Sie säuselten darein. Es muß den Starren gar so schwer, Sich mal zu beugen, sein.
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Interpretation
Das Gedicht "Gartennachricht" von Franz Grillparzer beschreibt ein außergewöhnliches Wetterereignis im Schönbrunner Schlosspark. Am sechsten März bricht ein Sturm von noch nie dagewesener Stärke aus, der im gesamten Park Chaos verursacht. Die Parterres und die Menagerie geraten in höchste Konfusion, was die verheerenden Auswirkungen des Sturms verdeutlicht. In den folgenden Zeilen richtet der Dichter seinen Blick auf die Baumwipfel, die hoch oben im Sturm rauschen und sich dem Wind beugen. Grillparzer personifiziert die Bäume und verleiht ihnen eine Art Mitgefühl für die Starrköpfe, die es so schwer finden, sich einmal zu beugen. Diese Metapher kann als eine Aufforderung zur Flexibilität und Anpassungsfähigkeit in schwierigen Situationen verstanden werden. Das Gedicht verbindet auf eindrucksvolle Weise eine Naturbeschreibung mit einer moralischen Aussage. Es zeigt die Kraft der Natur und ihre Fähigkeit, selbst die stärksten Strukturen durcheinanderzubringen. Gleichzeitig regt es zum Nachdenken über die menschliche Natur an und ermutigt dazu, in Krisenzeiten nicht stur zu bleiben, sondern sich den Gegebenheiten anzupassen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- bracht in höchste Konfusion
- Kontrast
- Es muß den Starren gar so schwer, sich mal zu beugen, sein
- Metapher
- Die Wipfel, die zuhöchst, sie säuselten darein
- Personifikation
- Der Sturm ging in Schönbrunn
- Übertreibung
- Ein Sturm wie sonst noch nie