Gang zum Schützengraben
1924Durch Granattrichter, Schmutzige Pfützen, Stapfen sie. Über Soldaten, Frierend im Erdloch, Stolpern sie.
Ratten huschen pfeifend übern Weg, Sturmregen klopft mit Totenfingern An faulenden Türen. Leuchtraketen Pestlaternen …
Zum Graben zum Graben.
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Interpretation
Das Gedicht "Gang zum Schützengraben" von Ernst Toller beschreibt den mühsamen und trostlos wirkenden Weg von Soldaten zu ihrem Schützengraben. Die Stimmung ist von Beginn an von einer düsteren und bedrückenden Atmosphäre geprägt, die durch die Verwendung von Bildern wie "Granattrichter", "schmutzige Pfützen" und "Frierend im Erdloch" verstärkt wird. Diese Beschreibungen vermitteln ein Gefühl von Schmutz, Kälte und Elend, das die Soldaten auf ihrem Weg umgibt. Die zweite Strophe führt weitere Elemente ein, die die Unheimlichkeit und Gefahr der Situation unterstreichen. Die "Ratten huschen pfeifend übern Weg" und der "Sturmregen klopft mit Totenfingern an faulenden Türen" erzeugen eine fast schon surreale und albtraumhafte Szenerie. Die "Leuchtraketen" als "Pestlaternen" verweisen auf die ständige Bedrohung durch Angriffe und die allgegenwärtige Gefahr des Todes. Im letzten Vers des Gedichts wird die Endstation des Marsches, der Schützengraben, mit einem fast schon hypnotischen Rhythmus betont. Die Wiederholung von "Zum Graben zum Graben" lässt den Leser die Monotonie und die Endlosigkeit dieses Weges spüren. Es ist, als ob die Soldaten in einem Kreislauf aus Angst, Kälte und Schmutz gefangen sind, aus dem es kein Entrinnen gibt. Das Gedicht vermittelt somit eine eindringliche Darstellung der Grausamkeit und Sinnlosigkeit des Krieges.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Schmutzige Pfützen
- Bildsprache
- Durch Granattrichter, Schmutzige Pfützen, Ratten huschen pfeifend übern Weg
- Metapher
- Sturmregen klopft mit Totenfingern
- Vergleich
- Leuchtraketen / Pestlaternen
- Wiederholung
- Zum Graben zum Graben