Galgenberg

Christian Morgenstern

1871

Blödem Volke unverständlich treiben wir des Lebens Spiel. Gerade das, was unabwendlich, fruchtet unsrem Spott als Ziel.

Magst es Kinder-Rache nennen an des Daseins tiefem Ernst; wirst das Leben besser kennen, wenn du uns verstehen lernst.

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Interpretation

Das Gedicht "Galgenberg" von Christian Morgenstern ist eine Auseinandersetzung mit dem Verhältnis zwischen dem Dichter und dem einfachen Volk. Es beschreibt eine Art von spielerischem Umgang mit dem Leben, der für das Volk unverständlich ist. Der Dichter und seine Artgenossen treiben ein Spiel, das dem Volk unverständlich bleibt. Sie finden Freude daran, das Unabwendbare zu verspotten, was für das Volk als Ziel ihrer Spottlust dient. Die zweite Strophe deutet an, dass das, was das Volk als kindische Rache an der Ernsthaftigkeit des Daseins empfindet, in Wahrheit eine tiefere Auseinandersetzung mit dem Leben ist. Der Dichter fordert das Volk auf, sie zu verstehen, um das Leben besser kennenzulernen. Es ist eine Einladung, über die Oberfläche hinauszuschauen und die tieferen Bedeutungen des Lebens zu erkennen. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine Botschaft über die Komplexität des Lebens und die verschiedenen Wege, wie Menschen damit umgehen. Es fordert den Leser auf, über die einfachen Interpretationen hinauszugehen und die tieferen Schichten des Lebens zu erkunden.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Alliteration
Blödem Volke unverständlich
Anspielung
Kinder-Rache nennen an des Daseins tiefem Ernst
Chiasmus
Gerade das, was unabwendlich, fruchtet unsrem Spott als Ziel
Metapher
des Lebens Spiel