Galathea
1864Ach, wie brenn′ ich vor Verlangen, Galathea, schönes Kind, Dir zu küssen deine Wangen, weil sie so entzückend sind. Wonne die mir widerfahre, Galathea, schönes Kind, Dir zu küssen deine Haare, weil sie so verlockend sind.
Nimmer wehr mir, bis ich ende, Galathea, schönes Kind, Dir zu küssen deine Hände, weil sie so verlockend sind. Ach, du ahnst nicht, wie ich glühe, Galathea, schönes Kind, Dir zu küssen deine Knie, weil sie so verlockend sind.
Und was tät ich nicht, du süße Galathea, schönes Kind, Dir zu küssen deine Füße, weil sie so verlockend sind. Aber deinen Mund enthülle, Mädchen, meinen Küssen nie, Denn in seiner Reize Fülle küsst ihn nur die Phantasie.
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Interpretation
Das Gedicht "Galathea" von Frank Wedekind ist eine leidenschaftliche Ode an die Schönheit und Anziehungskraft einer Frau namens Galathea. Der Sprecher drückt seine überwältigende Sehnsucht aus, jeden Teil von Galatheas Körper zu küssen, beginnend mit ihren Wangen und Haaren und fortschreitend zu ihren Händen, Knien und Füßen. Die Wiederholung des Namens Galathea und der Ausdruck "schönes Kind" unterstreichen die Intensität seiner Bewunderung und Begierde. In jedem Vers wird die Schönheit und Verlockung eines bestimmten Körperteils hervorgehoben, was die tiefe Anziehungskraft und den Wunsch des Sprechers verdeutlicht. Die Verwendung von Worten wie "brennend vor Verlangen", "Wonne" und "glühend" verstärkt die emotionale Intensität und die leidenschaftliche Natur seiner Gefühle. Die stetige Steigerung von den Wangen zu den Füßen symbolisiert eine zunehmende Intensität seiner Begierde. Das Gedicht endet mit einer interessanten Wendung, als der Sprecher erklärt, dass er Galatheas Mund nie küssen wird, da er in seiner Fülle von Reizen nur von der Phantasie geküsst wird. Dies könnte als eine Art von Respekt oder Verehrung interpretiert werden, da der Mund oft als der intimste und persönlichste Teil des Körpers angesehen wird. Es könnte auch darauf hindeuten, dass die wahre Schönheit und Anziehungskraft einer Person in der Vorstellung und dem Idealismus liegt, anstatt in der physischen Realität.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Dir zu küssen deine Haare, weil sie so verlockend sind.
- Anapher
- Ach, wie brenn' ich vor Verlangen, Galathea, schönes Kind, Dir zu küssen deine Wangen, weil sie so entzückend sind.
- Hyperbel
- Und was tät ich nicht, du süße Galathea, schönes Kind,
- Metapher
- Ach, du ahnst nicht, wie ich glühe, Galathea, schönes Kind,
- Personifikation
- Denn in seiner Reize Fülle küsst ihn nur die Phantasie.