G. G.
1796Jeder, sieht man ihn einzeln, ist leidlich klug und verständig; Sind sie in corpore, gleich wird euch ein Dummkopf daraus.
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Interpretation
Das Gedicht "G. G." von Friedrich von Schiller thematisiert die menschliche Natur und das Verhalten von Menschen in Gruppen. Schiller stellt fest, dass jeder Mensch einzeln betrachtet durchaus vernünftig und intelligent sein kann. Doch sobald sich Menschen zu einer Gruppe zusammenschließen, scheint ihre kollektive Intelligenz abzunehmen. Die Summe der individuellen Fähigkeiten wird in der Gruppe nicht erreicht. Schiller kritisiert damit die Neigung des Menschen, in der Masse seine Individualität und Rationalität aufzugeben. Die Gruppe scheint das Individuum zu einem dummen Kollektivwesen zu reduzieren, das nicht mehr in der Lage ist, vernünftig zu handeln. Schiller deutet an, dass Menschen in Gruppen oft irrationale Entscheidungen treffen und sich von Emotionen leiten lassen, anstatt auf ihren Verstand zu hören. Das Gedicht ist eine Warnung vor den Gefahren der Massenpsychologie und der Aufgabe der eigenen Vernunft zugunsten des Gruppendenkens. Schiller fordert den Einzelnen dazu auf, seine Intelligenz und Urteilsfähigkeit auch in der Gruppe zu bewahren und sich nicht von der Dummheit der Masse anstecken zu lassen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- sind sie in corpore
- Antithese
- Jeder, sieht man ihn einzeln, ist leidlich klug und verständig; sind sie in corpore, gleich wird euch ein Dummkopf daraus.
- Kontrast
- Jeder, sieht man ihn einzeln, ist leidlich klug und verständig; sind sie in corpore, gleich wird euch ein Dummkopf daraus.