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Futuristischer Schleifenschüttelreim

Von

Der Nitter splackt.
Das Splatter nickt,
wenn splitternackt
die Natter splickt.

Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Gedicht: Futuristischer Schleifenschüttelreim von Erich Kurt Mühsam

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Futuristischer Schleifenschüttelreim“ von Erich Mühsam ist eine kurze, minimalistische Darstellung, die in ihrer Kürze und Wortwahl eine futuristische Ästhetik suggeriert.

Die erste Zeile „Der Nitter splackt“ etabliert eine surreale, fast nonsensische Atmosphäre. Die Verwendung von erfundenen Wörtern wie „Nitter“ und „splackt“ entzieht dem Gedicht jeden narrativen oder realistischen Bezugspunkt. Stattdessen konzentriert sich der Text auf die Klangfarbe und den Rhythmus der Worte. „Splackt“ könnte als eine Art von Aktion oder Zustand interpretiert werden, die in dieser seltsamen Welt existiert, aber ihre genaue Bedeutung bleibt absichtlich unklar. Die Struktur eines Schleifenschüttelreims, bei dem sich die Wörter aneinander anlehnen, verstärkt diesen Effekt der Isolation vom Realen.

Die zweite Zeile „Das Splatter nickt“ setzt diese abstrakte Bildsprache fort. Durch die Verwendung des gleichen Wortstamms, aber mit einem anderen Buchstaben, zeigt sich die futuristische Kunstform. „Splatter“ und „nickt“ erzeugen einen visuellen und akustischen Kontrast. Die scheinbar unzusammenhängenden Elemente verstärken den Eindruck eines fragmentierten, vielleicht sogar mechanisierten Bewusstseins, das für futuristische Kunst typisch ist. Die Bewegung des „Nickens“ könnte auf eine Art von Reaktion hindeuten, aber die Ursache oder Bedeutung bleibt rätselhaft.

Die dritte und vierte Zeile „wenn splitternackt / die Natter splickt“ bringen eine überraschende Wendung, indem sie das ursprüngliche Wortspiel erweitern und eine neue Ebene der Bedeutung hinzufügen. „Splitternackt“ erzeugt ein starkes Bild, das möglicherweise auf eine Entblößung oder eine radikale Offenlegung hindeutet, was in der futuristischen Bewegung oftmals verarbeitet wurde. „Die Natter splickt“ wiederholt und variiert die ursprüngliche Formel, bindet aber nun die Natter mit ein. Der Schleifenschüttelreim, der in allen vier Zeilen verwendet wird, unterstreicht die formale Strenge und die Konzentration auf die Sprache selbst, die für Mühsams Stil bezeichnend ist.

Weitere Informationen

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Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.