Fúnf ding sont die lutern megde hân
1270Wilt du den magetum zieren, Den got also sere geheret hat, Das er dur dine liebi einer megde sun wart; (Eya gedenke we sprichet das!) So solt du diemúteklich swigen Und mineclich kumber liden Und in allen stetten Alle din tage megdlicher schemede pflegen, So maht du an der kúscheit genesen. O maget, was dir dene got wil geben, Er wil dir ein schoener jungling wesen, Und wil den himelreigen mit dir treten. O ich vnselig lamer hunt! Ich húlze och mit dir. Prúve wie ich dis meine, Der luteren megde zal ist kleine.
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Interpretation
Das Gedicht "Fúnf ding sont die lutern megde hân" von Mechthild von Magdeburg ist ein geistliches Werk, das die Tugenden und die innere Reinheit der Jungfrau Maria preist. Die Dichterin fordert den Leser auf, den Jungfrauenmut zu schätzen und zu ehren, da Gott selbst durch die Liebe einer Jungfrau Mensch wurde. Die Botschaft ist klar: Wer den Jungfrauenmut pflegt und ehrt, wird spirituell belohnt. Die Dichterin betont die Bedeutung von Demut, Geduld und der Bereitschaft, Schande zu ertragen. Sie ruft dazu auf, in allen Situationen ein jungfräuliches Leben zu führen, um die Reinheit zu bewahren und geistlich zu wachsen. Dieses Streben nach Reinheit und Demut wird als Weg zur Erlösung und zur Vereinigung mit Gott dargestellt. Mechthild von Magdeburg schließt mit einer persönlichen Bekundung ihrer eigenen Unvollkommenheit und ihrer Sehnsucht nach der Reinheit der Jungfrau. Sie lädt den Leser ein, ihre Worte zu prüfen und zu verstehen, dass die Zahl der reinen Jungfrauen klein ist. Das Gedicht ist eine tiefe Reflexion über die geistliche Reinheit und die Bedeutung der Jungfrauenmut in der christlichen Tradition.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- So solt du diemúteklich swigen Und mineclich kumber liden Und in allen stetten Alle din tage megdlicher schemede pflegen
- Apostrophe
- O maget, was dir dene got wil geben
- Hyperbel
- Der luteren megde zal ist kleine
- Metapher
- Er wil dir ein schoener jungling wesen
- Personifikation
- Der himelreigen mit dir treten
- Rhetorische Frage
- (Eya gedenke we sprichet das!)
- Symbolik
- Fúnf ding sont die lutern megde hân