Fujiyama
1911Immer überragt vom hohen Berg. Welch ein Land, wo sich Linie zu Linie in Gebärdereichtum spannt, wo in Ehrfurcht und in Wohlgefallen jeden Tag die Geishas zu dem Berg hinüberblinzeln, wenn sie, hinter Binsenmatten tanzend, einem Liebsten winken.
Schnee liegt auf dem Gipfel, nicht als Last. O, er weiß ihn stolz zu tragen, er, der alte Fujiyama. Er ist viel tausend Jahre älter als die uralten Völkerväter.
Staunend denkt die kleine Jungfrau daran, die den Hausaltar mit Blütenzweigen kränzt, während ihre Seele vor Entzücken brennt: Wie herrlich die heilige, gewaltige Bergpyramide wieder glänzt.
Ihr lieben Götter des Herdes, ich möchte euch ewigen Schnee holen, aber meine schwachen Sohlen schreiten mühsam auf der Erde. Für mich ziehen Pilger die steinigen Pfade zum Tempel der Kuanon. Kuanon ist Gnade.
Und die Jungfrau schließt den Laden gegen den weißen Berg und fühlt dabei: Mein Volk lebt in Stärke und Würde, Mein Volk ist frei.
Der unsterbliche Berg und ich, das sterbliche Weib, stehen in Ehren. Wie sanft fließen die Tage, wenn erhabene Mächte regieren.
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Interpretation
Das Gedicht "Fujiyama" von Elisabeth Fuhrmann-Paulsen beschreibt die majestätische Schönheit und Symbolkraft des Berges Fuji, der über Japan thront. Es zeichnet ein Bild von Ehrfurcht und Bewunderung für die Naturgewalt und die kulturelle Bedeutung des Berges. Die Geishas, die Jungfrau und die Pilger sind Symbole für die Verbindung zwischen Mensch und Natur, zwischen Sterblichkeit und Unsterblichkeit. Das Gedicht vermittelt eine tiefe Verbundenheit mit der japanischen Kultur und Spiritualität. Die Bergpyramide wird als heilig und gewaltig beschrieben, während der Schnee auf dem Gipfel als Zeichen der Stärke und Würde des Volkes interpretiert wird. Die Jungfrau, die den Hausaltar mit Blütenzweigen kränzt, symbolisiert die Reinheit und die Hingabe an die Götter. Die Pilger, die zu dem Tempel der Kuanon ziehen, repräsentieren den Glauben und die Suche nach Gnade. Das Gedicht endet mit der Erkenntnis der Jungfrau, dass ihr Volk in Stärke und Würde lebt und frei ist. Der unsterbliche Berg und das sterbliche Weib stehen in Ehren, und die Tage fließen sanft, wenn erhabene Mächte regieren.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Welch ein Land, wo sich Linie zu Linie
- Anspielung
- zum Tempel der Kuanon. Kuanon ist Gnade
- Bildsprache
- wo sich Linie zu Linie in Gebärdereichtum spannt
- Enjambement
- Immer überragt vom hohen Berg
- Hyperbel
- er ist viel tausend Jahre älter als die uralten Völkerväter
- Kontrast
- Der unsterbliche Berg und ich, das sterbliche Weib
- Metapher
- Immer überragt vom hohen Berg
- Personifikation
- O, er weiß ihn stolz zu tragen, er, der alte Fujiyama
- Symbolik
- Schnee liegt auf dem Gipfel, nicht als Last