Für einander

Peter Hille

1904

Ein Kreis von Erde das ist ein Zauberkreis Über alle Hexenkunst. Diese deine Erde drängt sich dir empor Und aufsteigt deines Geistes Domes Chor. Du wirst von ihr: dein Leben Wird sie rauschend überschweben. Und von ihr grüßen Hoch in frohem Wipfelhaupte. An weitem, blauen, heiterreifen Himmel. Und willst du ruhen, So schlägst du aus der Brust Dir der Erde breite, warme Falte; Wie ein Krieger seinen Mantel schlägt, Den feldgewohnten, In fest geronnen scharfer Nacht Um seines Heldenherzens müd′ Erkalten, Daß frischer Morgenwind Noch die Glut mag finden und erwecken. Die wachen Sterne aber hüten treu Im Lebenslager all den starken knappen Heldenschlaf.

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Illustration zu Für einander

Interpretation

Das Gedicht "Für einander" von Peter Hille thematisiert die tiefgreifende Verbindung zwischen Mensch und Erde. Der Dichter vergleicht die Erde mit einem "Zauberkreis", der über jede Hexenkunst hinausgeht, was ihre mystische und unerschöpfliche Kraft unterstreicht. Die Erde wird als etwas Lebendiges dargestellt, das sich dem Menschen entgegenstellt und seinen Geist erhebt, symbolisiert durch den "Domgesang". Diese Beziehung ist geprägt von einer wechselseitigen Abhängigkeit und Inspiration, bei der die Erde den Menschen nährt und er wiederum von ihr lebt. In den folgenden Strophen wird die Verbundenheit zwischen Mensch und Erde durch lebendige Bilder verstärkt. Die Erde wird als Quelle des Lebens und der Erneuerung dargestellt, die den Menschen "rauschend überschwebt" und ihm in Form von Naturphänomenen wie dem "Wipfelhaupte" an einem "blauen, heiterreifen Himmel" zuwinkt. Diese Bilder vermitteln eine tiefe Verbundenheit und Harmonie zwischen Mensch und Natur. Die Erde bietet dem Menschen einen Ort der Ruhe und Geborgenheit, vergleichbar mit einem warmen Mantel, der ihn in der Nacht umhüllt und vor Kälte schützt. Das Gedicht schließt mit einem Bild von Wachsamkeit und Schutz. Die "wachsenden Sterne" bewachen den "starken knappen Heldenschlaf" des Menschen, was eine Art ewige Wache symbolisiert. Dieses Bild unterstreicht die Idee, dass die Erde und das Universum den Menschen in seinem Leben begleiten und beschützen. Die tiefe Verbundenheit zwischen Mensch und Erde wird somit als ein ewiger Kreislauf dargestellt, in dem beide Seiten einander nähren, schützen und inspirieren.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Metapher
Daß frischer Morgenwind Noch die Glut mag finden und erwecken
Personifikation
Die wachen Sterne aber hüten treu Im Lebenslager all den starken knappen Heldenschlaf
Vergleich
Wie ein Krieger seinen Mantel schlägt