Für die Ostpreussen
1868Düstre Nacht und lange Schatten Über Land und über Meer, Auf des Vaterlandes Matten Schleicht das Elend hin und her.
Düstre Nacht und lange Schatten Über Land und über Meer, Die Gestalten, bleichen, matten, Rücken immer, immer näh’r! -
Da - ein Leuchten längs des Meeres - Ach, der Liebe Sonnenschein, Stärker als die Macht des Heeres - Rücket in die Nacht hinein. Spricht zum Elend: horch, ich lehr’ es, Dass zuletzt der Sieg doch mein!
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Interpretation
Das Gedicht "Für die Ostpreussen" von Friederike Kempner beschreibt eine düstere und bedrückende Atmosphäre, in der das Elend über Land und Meer schleicht. Die Nacht und die langen Schatten symbolisieren die Dunkelheit und Hoffnungslosigkeit, die das Vaterland umgeben. Die "bleichen, matten Gestalten" des Elends nähern sich immer mehr und verstärken das Gefühl der Bedrohung und Verzweiflung. Doch dann erscheint ein Hoffnungsschimmer in Form des "Leuchtens längs des Meeres", das als "Liebe Sonnenschein" bezeichnet wird. Dieses Licht steht für die Liebe und den Zusammenhalt, die stärker sind als die Macht des Heeres. Die Liebe dringt in die Nacht ein und bringt Trost und Zuversicht. Sie spricht zum Elend und lehrt es, dass am Ende der Sieg ihr gehören wird. Das Gedicht vermittelt eine Botschaft der Hoffnung und des Zusammenhalts in schweren Zeiten. Trotz der bedrückenden Atmosphäre und der drohenden Gefahr gibt die Liebe den Menschen Kraft und Mut, um die dunklen Stunden zu überstehen. Die Liebe wird als eine übermächtige Kraft dargestellt, die selbst das Elend bezwingen kann. Das Gedicht ermutigt die Menschen, an die Liebe und den Zusammenhalt zu glauben und sich nicht von der Verzweiflung überwältigen zu lassen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Düstre Nacht und lange Schatten
- Metapher
- Rücket in die Nacht hinein
- Personifikation
- Die Macht des Heeres