Für Dich

Charlotte von Ahlefeld

unknown

Kennst Du das Wort, das allgewalt′ge Schwingen Dem Geiste leiht, das schwerste zu vollbringen? Das göttergleich, gesunknen Muth befeuert, Und starke Kraft in schwacher Brust erneuert?

Das bittre Opfer, sonst dem Schmerz geweiht, Für mich erhöht zur höchsten Seeligkeit? Kennst Du das Wort, dem nie ein andres glich? Der Liebe Losung ist′s, es heißt: Für Dich!

Für Dich dem Tode still mich hinzugeben, Dünkt süßer mir, als ohne Dich zu leben. Doch knüpfte auch, im innigsten Vereine, Mein Schicksal liebevoll sich an das Deine,

So würd′ ich dennoch gern von Daseyn scheiden, Befreite Dich mein Tod von Schmerz und Leiden, Und selbst in banger Qual beglückte mich Des Zauberwortes Himmelsklang: Für Dich!

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Illustration zu Für Dich

Interpretation

Das Gedicht "Für Dich" von Charlotte von Ahlefeld thematisiert die selbstlose und bedingungslose Liebe, die sich in dem Wort "Für Dich" manifestiert. Dieses Wort wird als allmächtig und göttlich beschrieben, da es den Geist befähigt, selbst die schwersten Aufgaben zu bewältigen und die Kraft in der Schwäche neu zu entfachen. Die Liebe wird als etwas Göttliches dargestellt, das selbst das bitterste Opfer in höchste Seligkeit verwandeln kann. Die Sprecherin des Gedichts drückt aus, dass sie bereit ist, für die geliebte Person sogar den Tod in Kauf zu nehmen, da dies für sie süßer wäre, als ohne diese Person zu leben. Die Liebe wird als so stark empfunden, dass sie das eigene Dasein übersteigt. Selbst wenn das Schicksal der Sprecherin eng mit dem der geliebten Person verknüpft wäre, würde sie dennoch ihr Leben opfern, um die andere von Schmerz und Leid zu befreien. Das Gedicht schließt mit der Betonung des magischen und himmlischen Klangs des Wortes "Für Dich", das selbst in der größten Angst und Qual Trost und Glück spendet. Die Liebe wird als eine Kraft dargestellt, die über das eigene Wohl hinausgeht und in der Selbstaufgabe die höchste Form der Hingabe und des Glücks findet.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Alliteration
das schwerste zu vollbringen
Anapher
Kennst Du das Wort
Metapher
allgewalt′ge Schwingen
Parallelismus
Für Dich dem Tode still mich hinzugeben
Personifikation
gesunknen Muth befeuert
Rhetorische Frage
Kennst Du das Wort, das allgewalt′ge Schwingen