Fülle
1825Genug ist nicht genug! Gepriesen werde Der Herbst! Kein Ast, der seiner Frucht entbehrte! Tief beugt sich mancher allzu reich beschwerte, Der Apfel fällt mit dumpfem Laut zur Erde.
Genug ist nicht genug! Es lacht im Laube! Die saftge Pfirsche winkt dem durstgen Munde! Die trunknen Wespen summen in die Runde: “Genug ist nicht genug!” um eine Traube.
Genug ist nicht genug! Mit vollen Zügen Schlürft Dichtergeist am Borne des Genusses, Das Herz, auch es bedarf des Überflusses, Genug kann nie und nimmermehr genügen!
Anhören
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "Fülle" von Conrad Ferdinand Meyer feiert die Überfülle und den Reichtum des Herbstes. Der Herbst wird als eine Jahreszeit voller Fruchtbarkeit und Überfluss dargestellt, in der kein Ast seiner Frucht entbehrt. Die Natur ist in voller Pracht, und die Früchte wie Äpfel und Pfirsiche laden zum Genuss ein. Das wiederkehrende Motiv "Genug ist nicht genug" unterstreicht die unendliche Lust am Leben und die Freude an der Fülle. Die Natur wird als ein Ort der Fülle und des Überflusses beschrieben, wo sogar die Wespen von den saftigen Pfirsichen angezogen werden und nach mehr verlangen. Die Traube wird als Symbol für die unendliche Fülle und den Genuss dargestellt. Das Gedicht endet mit der Betonung, dass das Herz ebenfalls des Überflusses bedarf und dass "Genug" nie und nimmer genügen kann. Es vermittelt die Botschaft, dass das Leben in Fülle und Überfluss genossen werden sollte, und dass die Freude am Genuss und an der Fülle niemals enden sollte.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- saftge Pfirsche
- Anapher
- Genug ist nicht genug!
- Hyperbel
- Kein Ast, der seiner Frucht entbehrte
- Metapher
- Schlürft Dichtergeist am Borne des Genusses
- Onomatopoesie
- dumpfen Laut
- Personifikation
- Die saftge Pfirsche winkt dem durstgen Munde