Fucinersee

Wilhelm Friedrich Waiblinger

1893

Drohend umstarren die spiegelnde Fluth apenninische Felsen, Und acherontisches Grau’n schattet ins Wasser herab. Doch Avezzano, es lockt mich zum Strand, ich schweb’ auf dem Lethe, Und das lieblichste Kind ladet zum Mahle mich ein.

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Illustration zu Fucinersee

Interpretation

Das Gedicht "Fucinersee" von Wilhelm Friedrich Waiblinger thematisiert eine Reise an den Fucinersee, der von apenninischen Felsen umgeben ist. Die spiegelnde Flut und das acherontische Grauen, das sich ins Wasser herabsenkt, erzeugen eine bedrohliche Atmosphäre. Der See wird als ein Ort des Vergessens und der Verlockung dargestellt, der den Sprecher in seinen Bann zieht. Der Sprecher wird von Avezzano, einem Ort am See, zum Strand gelockt. Er schwebt auf dem Lethe, einem Fluss der Unterwelt in der griechischen Mythologie, der für Vergessen und Erlösung steht. Das Lethe steht hier symbolisch für die Möglichkeit, die Sorgen und Probleme des Alltags hinter sich zu lassen und in eine andere Welt einzutauchen. Das lieblichste Kind lädt den Sprecher zum Mahl ein, was als eine Art Verführung oder Verlockung interpretiert werden kann. Das Kind könnte als Symbol für die Unschuld und Reinheit stehen, die im Kontrast zur bedrohlichen Umgebung steht. Die Einladung zum Mahl könnte als eine Einladung zur Gemeinschaft und zum Genuss verstanden werden, die den Sprecher in eine andere Welt entführt.

Schlüsselwörter

drohend umstarren spiegelnde fluth apenninische felsen acherontisches grau

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Stilmittel

Anspielung
Lethe
Metapher
das lieblichste Kind ladet zum Mahle mich ein
Personifikation
Drohend umstarren die spiegelnde Fluth apenninische Felsen