Fuchs und Pferd

Matthias Claudius

unknown

Einst wurden Fuchs und Pferd, warum, das weiß ich nicht, auch hat es mich verdrossen, denn mir sind beide Tiere wert, in einen Käficht eingeschlossen. Das Pferd fing weidlich an zu treten für Ungeduld und trat den armen Rein’ke Fuchs, der nichts an Füßen hat. “Das nun hätt’ ich mir wohl verbeten, tret’ Er mich nicht, Herr Pferd! ich will Ihn auch nicht treten.”

Anhören

Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Illustration zu Fuchs und Pferd

Interpretation

Das Gedicht "Fuchs und Pferd" von Matthias Claudius erzählt von einer Situation, in der Fuchs und Pferd ohne erkennbaren Grund in einen Käfig gesperrt werden. Der Sprecher äußert sein Bedauern über diese Situation, da er beide Tiere schätzt. Die Enge und Ungewissheit führen zu Spannungen zwischen den beiden Tieren. Das Pferd, ungeduldig und vermutlich durch die Enge gereizt, tritt um sich und verletzt dabei den Fuchs, der keine Füße hat, um sich zu wehren. Der Fuchs reagiert daraufhin mit einer Mahnung an das Pferd, ihn nicht weiter zu treten, und verspricht seinerseits, das Pferd nicht zu treten. Dies zeigt eine gewisse Weisheit und Selbstbeherrschung des Fuchses, der trotz der Verletzung friedlich bleiben möchte. Das Gedicht kann als Metapher für menschliche Konflikte verstanden werden, bei denen Menschen in unglücklichen Situationen aufeinandertreffen und sich gegenseitig schaden. Es verdeutlicht die Notwendigkeit von Geduld und Rücksichtnahme, um Schaden von anderen abzuwenden und selbst nicht verletzt zu werden.

Schlüsselwörter

pferd fuchs treten einst warum weiß verdrossen beide

Wortwolke

Wortwolke zu Fuchs und Pferd

Stilmittel

Alliteration
für Ungeduld und trat
Dialog
"Das nun hätt’ ich mir wohl verbeten, tret’ Er mich nicht, Herr Pferd! ich will Ihn auch nicht treten."
Kontrast
den armen Rein’ke Fuchs, der nichts an Füßen hat
Personifikation
Das Pferd fing weidlich an zu treten
Reimschema
AABB