Frühlingslied

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

1798

Nun säuseln linde Aus Westen die Winde. Schon rieseln die Quellen Ins Thal hernieder. Die Knospen schwellen.

Der Vögel Lieder Erschallen wieder. Schneeglöckchen läuten fern und nah: Der Frühling ist da, der Frühling ist da!

O seht, wie der Frühling schaltet und waltet, Und neues Leben enthüllt und entfaltet, Und schönes Leben ersinnt und gestaltet!

Mit Duft und Farben erquickt und belebt, Mit Sang und Klang entzückt und erhebt, Und segnend über Allem schwebt!

Nun lasst uns nicht länger bleiben zu Haus! Wir wollen hinaus, ins Freie hinaus!

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Illustration zu Frühlingslied

Interpretation

Das Gedicht "Frühlingslied" von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben feiert die Ankunft des Frühlings und die Erneuerung der Natur. Der Dichter beschreibt die sanften Winde aus dem Westen, die rinnenden Bäche und die anschwellenden Knospen, die den Beginn der neuen Jahreszeit ankündigen. Die zurückkehrenden Vogelgesänge und das Läuten der Schneeglöckchen verstärken das Gefühl der Erneuerung und des Erwachens. Im zweiten Teil des Gedichts betont Hoffmann von Fallersleben die transformative Kraft des Frühlings. Der Frühling wird als eine aktive Kraft dargestellt, die Leben schafft, entfaltet und gestaltet. Die Natur wird mit Duft und Farben belebt, und die Vögel füllen die Luft mit ihrem Gesang, was eine Atmosphäre der Freude und des Aufbruchs schafft. Der Dichter vermittelt das Gefühl, dass der Frühling ein Segen ist, der über allem schwebt. Im letzten Vers ermutigt der Dichter die Menschen, die Häuser zu verlassen und die Schönheit des Frühlings im Freien zu genießen. Es ist ein Aufruf, die Natur zu erleben und sich von der erneuernden Kraft des Frühlings inspirieren zu lassen. Das Gedicht endet mit einem Gefühl der Begeisterung und der Einladung, die neue Jahreszeit zu feiern und das Leben in vollen Zügen zu genießen.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Alliteration
Nun säuseln linde
Anapher
Der Frühling ist da, der Frühling ist da!
Bildlichkeit
Die Knospen schwellen
Hyperbel
Und schönes Leben ersinnt und gestaltet
Kontrast
Mit Sang und Klang entzückt und erhebt
Metapher
Mit Duft und Farben erquickt und belebt
Personifikation
Wie der Frühling schaltet und waltet
Symbolik
Schneeglöckchen läuten fern und nah