Frühlingsandacht

Wilhelm Arent

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Des Frühlings Stürme durchbrausen das Land … Meine Seele durchlodert der Sehnsucht Brand. Es treibt mich hinaus in der Einsamkeit Dom, Ich kühle die Gluth in der Winde Strom. Versunken liegt die Erinnerung weit: Mich grüßt die Sonne der Ewigkeit. Die Bäche rauschen mir liebend zu, Die Vögel singen: sei glücklich auch du. Die Bäume neigen sich zum Willkomm’, Süße Andacht erfüllt mich: Ich bin fromm. Tiefheiliger Schauer mich durchweht: Es weiht mich der Schöpfung Majestät. Ich sauge den Odem der Gottheit ein, Eins bin ich mit dem allewigen Sein.

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Illustration zu Frühlingsandacht

Interpretation

Das Gedicht "Frühlingsandacht" von Wilhelm Arent beschreibt die tief empfundene Verbindung des lyrischen Ichs zur Natur und dem Göttlichen im Frühling. Die stürmische, belebende Kraft des Frühlings weckt in der Seele des Sprechers eine leidenschaftliche Sehnsucht, die ihn in die Einsamkeit der Natur treibt. Dort findet er Abkühlung und Erfrischung für seine innere Glut, während Erinnerungen an die Vergangenheit in den Hintergrund treten. In der Einsamkeit der Natur erfährt das lyrische Ich eine tiefe spirituelle Erfahrung. Die Sonne wird als "Sonne der Ewigkeit" wahrgenommen, was auf eine transzendente Dimension hindeutet. Die Natur selbst scheint den Sprecher mit ihrer Schönheit und Lebendigkeit zu umarmen und zu begrüßen. Die Bäche rauschen ihm liebevoll zu, die Vögel singen ihm Glück zu und die Bäume neigen sich ihm entgegen. Diese Zuwendung der Natur erfüllt das lyrische Ich mit einer süßen Andacht und einem tiefen Gefühl der Frömmigkeit. Das Gedicht kulminiert in der Erfahrung einer heiligen Ehrfurcht und der Weihe durch die Majestät der Schöpfung. Das lyrische Ich fühlt sich eins mit dem ewigen Sein und atmet den Odem der Gottheit ein. Es erfährt sich selbst als Teil eines größeren Ganzen, als eins mit der allumfassenden göttlichen Kraft. Die Frühlingsandacht führt zu einer mystischen Verschmelzung mit der Natur und dem Göttlichen, die das lyrische Ich als tief heilig und erhaben empfindet.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Metapher
allewigen Sein
Personifikation
Die Bäume neigen sich zum Willkomm'