Frühling

Theodor Fontane

1895

Nun ist er endlich kommen doch in grünem Knospenschuh. “Er kam, er kam ja immer noch”, die Bäume nicken sich′s zu.

Sie konnten ihn all erwarten kaum, nun treiben sie Schuß auf Schuß; im Garten der alte Apfelbaum er sträubt sich, aber er muß.

Wohl zögert auch das alte Herz und atmet noch nicht frei, es bangt und sorgt: “Es ist erst März, und März ist noch nicht Mai.”

O schüttle ab den schweren Traum und die lange Winterruh′, es wagt es der alte Apfelbaum, Herze, wag′s auch du!

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Illustration zu Frühling

Interpretation

Das Gedicht "Frühling" von Theodor Fontane beschreibt die Ankunft des Frühlings und die Reaktion der Natur darauf. Der Frühling kommt "in grünem Knospenschuh" und die Bäume nicken sich zu, dass er wieder gekommen ist. Sie konnten ihn kaum erwarten und treiben nun Schuss auf Schuss, wobei selbst der alte Apfelbaum im Garten sich sträubt, aber dem Frühling doch nachgeben muss. Das Gedicht personifiziert den Frühling und die Natur, indem es ihnen menschliche Eigenschaften und Emotionen zuschreibt. Der alte Apfelbaum wird als zögernd und besorgt beschrieben, da er noch nicht bereit ist, den Winter hinter sich zu lassen. Er fürchtet, dass es noch zu früh ist und der März noch nicht der Mai ist. Doch das Gedicht ermutigt dazu, den schweren Traum und die lange Winterruhe abzuschütteln und sich auf den Frühling einzulassen. Es appelliert an das Herz, es dem alten Apfelbaum gleichzutun und den Frühling zu begrüßen. Die Sprache des Gedichts ist bildhaft und metaphorisch. Die Verwendung von Metaphern wie dem "grünen Knospenschuh" und der "Winterruh'" verstärkt die bildhafte Darstellung des Frühlings und der Natur. Das Gedicht vermittelt eine Botschaft der Hoffnung und des Neuanfangs, indem es den Frühling als eine Zeit des Wandels und der Erneuerung darstellt. Es ermutigt den Leser, sich von alten Gewohnheiten und Ängsten zu lösen und sich auf die positiven Veränderungen einzulassen, die der Frühling mit sich bringt.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

Wortwolke zu Frühling

Stilmittel

Metapher
O schüttle ab den schweren Traum und die lange Winterruh'
Personifikation
es wagt es der alte Apfelbaum, Herze, wag's auch du!