Frühling

Max Vogler

1912

Nun steigt hernieder, Frühlingsträume, Nun streb′ empor, du süßer Duft! In lufterfüllter, blaue Räume Gieß deine Wonnen, sel′ge Luft!

Mit feierlichen Glockentönen Klingt frohe Botschaft mir an′s Ohr; Im Sonnenlicht, dem heiterschönen, Ringt sich ein mächt′ger Geist empor!

Und ob ein letztes Winterstürmen Die Welt durchtobt, — getrost, es mait! Hört ihr es nicht von allen Türmen: Sie naht, sie naht, die holde Zeit?

Und hast du noch so schwer zu tragen, Und fiel dir manches herbe Los: Noch sinken dir in lichten Tagen Der Blüten reichste in den Schoß!

Und was der Menschheit hat an Nöten Und bitterm Leid die Zeit gebracht: Der Himmel flammt in Morgenröten, Zum gold′nen Tag erwacht die Nacht!

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Illustration zu Frühling

Interpretation

Das Gedicht "Frühling" von Max Vogler beschreibt die Ankunft des Frühlings als eine Zeit der Erneuerung und Hoffnung. Der Dichter lädt die Frühlingsträume und den süßen Duft ein, sich in die lufterfüllten blauen Räume zu ergießen und seine Wonnen zu verbreiten. Die feierlichen Glockentöne künden von der frohen Botschaft des Frühlings, und in der Schönheit des Sonnenlichts erhebt sich ein mächtiger Geist. Der Dichter ermutigt den Leser, sich trotz des letzten Wintersturms getrost auf den Frühling zu freuen. Die frohe Botschaft von der Ankunft der holden Zeit ertönt von allen Türmen. Auch wenn man noch schwere Lasten zu tragen hat und bittere Schicksalsschläge erlitten hat, werden einem an lichten Tagen die reichsten Blüten in den Schoß sinken. Das Gedicht schließt mit dem Hinweis darauf, dass trotz aller Nöte und bitteren Leiden, die die Zeit der Menschheit gebracht hat, der Himmel in Morgenröten flammt und die Nacht zum goldenen Tag erwacht. Dies symbolisiert die Hoffnung und die Möglichkeit der Erneuerung, die der Frühling mit sich bringt.

Schlüsselwörter

empor naht zeit steigt hernieder frühlingsträume streb süßer

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Wortwolke zu Frühling

Stilmittel

Anapher
Sie naht, sie naht, die holde Zeit
Metapher
Zum gold′nen Tag erwacht die Nacht
Personifikation
Im Sonnenlicht, dem heiterschönen, Ringt sich ein mächt′ger Geist empor