Frühling

Lisa Baumfeld

1938

In der Luft, der frühlingsfeuchten, Blitzt ein jähes, blondes Leuchten. Lichte Strahlen rieseln nieder, Singend haucht der schwere Flieder Meine Träume aus, die alten duftigen Träume …

Durch die Zweige wühlt ein Sausen, Gottberauschtes, wirres Brausen … Durch den Himmel hör′ ich′s rasen, Und in freudigen Ekstasen Flammen Kelche empor, viel trunk′ne, sonnige Kelche …

Anhören

Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Illustration zu Frühling

Interpretation

Das Gedicht "Frühling" von Lisa Baumfeld thematisiert die sinnliche Wahrnehmung des Frühlings als eine Zeit der Erneuerung und des Erwachens. Die Luft wird als "frühlingsfeucht" beschrieben, was auf die Feuchtigkeit und Fruchtbarkeit dieser Jahreszeit hindeutet. Das "jähzornige, blonde Leuchten" könnte als plötzliche Helligkeit und Wärme der Frühlingssonne interpretiert werden. Die "leichten Strahlen" symbolisieren die sanften, durchdringenden Strahlen der Frühlingssonne, die alles erhellen und beleben. Die zweite Strophe beschreibt den Duft des Flieders, der "meine Träume ausatmet, die alten, duftigen Träume". Dies könnte als Metapher für die Erinnerungen und Sehnsüchte verstanden werden, die durch die sinnliche Wahrnehmung des Frühlings wiederbelebt werden. Der Flieder steht hier symbolisch für die Schönheit und den Duft des Frühlings, der die Sinne betört und die Seele berührt. Die dritte Strophe beschreibt das "rauschende, wirre Brausen", das durch die Zweige wühlt und durch den Himmel rast. Dies könnte als die Energie und Dynamik des Frühlings interpretiert werden, die alles in Bewegung bringt und zum Leben erweckt. Die "freudigen Ekstasen" und die "viel trunkenen, sonnigen Kelche", die emporflammen, symbolisieren die Freude und das Glück, das der Frühling mit sich bringt. Die Kelche könnten als Metapher für die Blüten und Blumen stehen, die im Frühling erblühen und die Natur in ein farbenfrohes, duftendes Spektakel verwandeln.

Schlüsselwörter

träume kelche luft frühlingsfeuchten blitzt jähes blondes leuchten

Wortwolke

Wortwolke zu Frühling

Stilmittel

Bildsprache
Durch die Zweige wühlt ein Sausen
Hyperbel
Göttberauschtes, wirres Brausen
Personifikation
Singend haucht der schwere Flieder
Symbolik
sunnige Kelche