Frühling
1866Es fühlt sich immer doch wie Wundergnade, Wenn erster Würzgeruch die Lüfte schwellt, Wenn aus dem langen rauhen Eisesbade Geklärt und neuverjüngt auftaucht die Welt!
Was welk und müd zum dunklen Grund gesunken, In letzten scheuen Resten mahnt es kaum: Und alles, was von frischer Sehnsucht trunken, Hat goldnes Morgenlicht und freien Raum.
Und ein Beständiges in uns erschauert, Empfindet ganz sich selbst, und eint sich still Dem großen Geiste, der im Wechsel dauert, Dem Tode, der nur ewige Jugend will.
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Interpretation
Das Gedicht "Frühling" von Hanns von Gumppenberg beschreibt die Wunder und Erneuerung, die der Frühling mit sich bringt. Es beginnt mit dem Gefühl der "Wundergnade", wenn der erste würzige Geruch die Luft erfüllt und die Welt aus ihrem langen, rauen Winterschlaf erwacht. Der Dichter vergleicht die Erde mit einem Bad im Eis, aus dem sie geklärt und verjüngt hervorgeht. Im zweiten Teil des Gedichts geht es um das, was im Winter welk und müde zum dunklen Grund gesunken ist. Nur noch in letzten scheuen Resten erinnert es sich an die Vergangenheit. Alles, was von frischer Sehnsucht erfüllt ist, findet nun goldenes Morgenlicht und freien Raum. Im letzten Teil des Gedichts beschreibt der Dichter ein Beständiges in uns, das erschaudert und sich selbst empfindet. Es vereint sich still mit dem großen Geist, der im Wechsel besteht und dem Tod, der nur ewige Jugend will. Hier wird die Verbindung zwischen der Erneuerung der Natur im Frühling und der Erneuerung des menschlichen Geistes deutlich.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- Wenn aus dem langen rauhen Eisesbade / Geklärt und neuverjüngt auftaucht die Welt!
- Kontrast
- Und alles, was von frischer Sehnsucht trunken, / Hat goldnes Morgenlicht und freien Raum
- Metapher
- Dem großen Geiste, der im Wechsel dauert
- Personifikation
- Dem Tode, der nur ewige Jugend will