Fridericus Rex

Willibald Alexis

1798

1831

Fridericus Rex, unser König und Herr, Der rief seine Soldaten allesamt ins Gewehr; Zweihundert Batallions und an die tausend Schwadronen, Und jeder Grenader kriegt sechzig Patronen.

Ihr verfluchten Kerls," sprach Seine Majestät, »Daß jeder in der Bataille seinen Mann mir steht! Sie gönnen mir nicht Schlesien und die Grafschaft Glatz Und die hundert Millionen in meinem Schatz.«

»Die Kais′rin hat sich mit den Franzosen alliiert Und das römische Reich gegen mich revoltiert; Die Russen seind gefallen in Preußen ein; Auf, laßt uns sie zeigen, daß wir brave Landeskinder sein!«

»Meine Generale Schwerin und der Feldmarschall von Keith Und der Generalmajor von Ziethen seind allemal bereit, Potz, Mohren, Blitz und Kreuzelement, Wer den Fritz und seine Soldaten noch nicht kennt!«

Nun adjö, Luise, wisch ab das Gesicht! Eine jede Kugel, die trifft ja nicht! Denn träf′ jede Kugel apart ihren Mann, Wo kriegten die Könige ihre Soldaten dann?

Die Musketenkugel macht ein kleines Loch; Die Kanonenkugel macht ein weit größeres noch; Die Kugeln sind alle von Eisen und Blei, Und manche Kugel geht manchem vorbei.

Unsre Artillerie hat ein vortreffliches Kaliber, Und von den Preußen geht keiner zum Feind nicht über; Die Schweden, die haben verflucht schlechtes Feld; Wer weiß, ob der Östreicher besseres hält.

Mit Pomade bezahlt den Franzosen ihr König; Wir kriegen′s alle Wochen bei Heller und Pfennig. Potz, Mohren, Blitz und Kreuzsakrament, Wer kriegt so prompt wie der Preuße sein Traktement!

Friedricus, mein König, den der Lorbeerkranz ziert, Ach hättest du nur öfters zu plündern permittiert. Friedericus Rex, mein König und Held, Wir schlügen den Teufel für dich aus der Welt!

Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Illustration zu Fridericus Rex

Interpretation

Das Gedicht "Fridericus Rex" von Willibald Alexis thematisiert die preußische Militärmacht unter Friedrich dem Großen und verherrlicht dessen Herrschaft sowie die Tapferkeit der preußischen Soldaten. Es schildert die Mobilisierung der Armee, die Allianzen der Feinde und den unerschütterlichen Mut der preußischen Truppen. Die Erzählung ist geprägt von patriotischem Pathos und einer fast schon mythischen Verklärung des Königs und seiner Armee. Das Gedicht beginnt mit der Anrede an Friedrich den Großen, der seine Soldaten zum Kampf ruft. Es beschreibt die Stärke der preußischen Armee mit Hunderten von Bataillonen und tausenden von Schwadronen, die mit Munition ausgestattet sind. Der König spricht von den Feinden, die ihm Schlesien, die Grafschaft Glatz und sein Vermögen neiden, und ruft seine Truppen zum Kampf auf, um ihre Tapferkeit zu beweisen. Die Erzählung setzt sich fort mit der Erwähnung der Verbündeten des Feindes, der Russen, die in Preußen einfallen, und der Bereitschaft der preußischen Generäle, wie Schwerin, Keith und Ziethen, zum Kampf. Der König ermutigt seine Soldaten, sich nicht vor dem Tod zu fürchten, da nicht jede Kugel ihr Ziel trifft. Er vergleicht die Wirkung von Musketen- und Kanonenkugeln und betont die Überlegenheit der preußischen Artillerie. Das Gedicht endet mit der Verherrlichung Friedrichs als König, der mit Lorbeerkränzen geschmückt ist, und der Bereitschaft der Soldaten, für ihn bis in die Hölle zu kämpfen. Es betont die Zuverlässigkeit der preußischen Soldaten, die nicht zum Feind überlaufen, und die pünktliche Bezahlung ihrer Löhne. Das Gedicht ist eine patriotische Hymne auf die preußische Militärmacht und ihren König, die die Tapferkeit und Loyalität der Soldaten sowie die Überlegenheit der preußischen Armee preist.

Schlüsselwörter

könig soldaten kugel rex jeder kriegt mann franzosen

Wortwolke

Wortwolke zu Fridericus Rex

Stilmittel

Alliteration
Potz, Mohren, Blitz und Kreuzelement
Anapher
Und jeder Grenader kriegt sechzig Patronen.
Aufzählung
Zweihundert Batallions und an die tausend Schwadronen
Direkte Rede
»Meine Generale Schwerin und der Feldmarschall von Keith Und der Generalmajor von Ziethen seind allemal bereit«
Hyperbel
Und die hundert Millionen in meinem Schatz
Kontrast
Die Musketenkugel macht ein kleines Loch; Die Kanonenkugel macht ein weit größeres noch
Metapher
Friedricus, mein König, den der Lorbeerkranz ziert
Personifikation
Die Kais'rin hat sich mit den Franzosen alliiert
Rhetorische Frage
Wo kriegten die Könige ihre Soldaten dann?
Symbolik
Friedericus Rex, mein König und Held