Fremd in der Heimat
1863In der Heimat war ich wieder, Alles hab ich mir besehn, Als ein Fremder, auf und nieder, Mußt ich in den Straßern gehn.
Nur im Friedhof fern alleine Hab ich manchen Freund erkannt, Und bei einem Leichensteine Fühlt ich eine leise Hand.
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Interpretation
Das Gedicht "Fremd in der Heimat" von Martin Greif erzählt von der Rückkehr des lyrischen Ichs in seine Heimat. Doch anstatt sich willkommen und vertraut zu fühlen, erlebt der Sprecher eine tiefe Entfremdung. Er beschreibt sich selbst als "Fremden", der durch die Straßen geht, was auf eine innere Distanz und einen Verlust der Verbindung zu seiner Heimat hindeutet. Die Atmosphäre des Gedichts ist melancholisch und von Einsamkeit geprägt. Der Sprecher fühlt sich in seiner eigenen Heimat fremd, was auf eine Veränderung hinweist, die nicht nur die äußere Umgebung, sondern auch seine innere Welt betrifft. Die Verwendung des Wortes "wieder" im ersten Vers deutet darauf hin, dass dies kein erstmaliger Besuch ist, sondern eine Rückkehr, die die Entfremdung noch verstärkt. Im zweiten Teil des Gedichts findet das lyrische Ich im Friedhof einen Ort der Erkennung und Verbindung. Hier erkennt es "manchen Freund" wieder, was auf eine Verbindung zur Vergangenheit und zu den Menschen hinweist, die es einst kannte. Die "leise Hand" am Leichenstein könnte als eine Metapher für die Verbindung zu den Toten und zur Vergangenheit verstanden werden. Es ist ein Moment der Berührung und des Innehaltens in einer ansonsten fremden und einsamen Umgebung.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Metapher
- Und bei einem Leichensteine
- Personifikation
- Fühlt ich eine leise Hand