Freiheit
1816Die Freiheit läßt sich nicht gewinnen, sie wird von außen nicht erstrebt, wenn nicht zuerst sie selbst tief innen, im eignen Busen dich belebt. Willst du den Kampf, den großen, wagen, so setz zuerst dich selber ein: Wer fremde Fesseln will zerschlagen, darf nicht sein eigner Sklave sein. Nur reinen Herzen, reinen Händen, gebührt der Dienst im Heiligtum; der Freiheit Werk rein zu vollenden, dies, deutsches Volk, dies sei dein Ruhm. Die Lüge winkt, die Schmeichler locken, mit seiner Kette spielt der Knecht: Du aber wandle unerschrocken, und deine Waffe sei das Recht!
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Interpretation
Das Gedicht "Freiheit" von Robert Eduard Prutz behandelt die Idee, dass wahre Freiheit nicht von außen erkämpft werden kann, sondern zuerst im eigenen Inneren entstehen muss. Der Dichter betont, dass man sich selbst befreien muss, bevor man sich gegen äußere Fesseln auflehnen kann. Die Freiheit wird als etwas dargestellt, das im eigenen Herzen verwurzelt sein muss, um authentisch und wirksam zu sein. In den folgenden Strophen ruft Prutz das deutsche Volk dazu auf, sich für die Freiheit einzusetzen. Er fordert sie auf, reinen Herzens und mit reinen Händen zu handeln, um das Werk der Freiheit zu vollenden. Der Dichter warnt vor den Versuchungen der Lüge und der Schmeichelei und ermutigt das Volk, mutig und standhaft zu bleiben. Das Recht wird als die ultimative Waffe im Kampf für die Freiheit dargestellt. Das Gedicht schließt mit einer eindringlichen Aufforderung an das deutsche Volk, die Freiheit als ihr höchstes Ziel zu betrachten und danach zu streben. Prutz betont, dass die Freiheit nicht nur ein äußerer Zustand ist, sondern auch eine innere Haltung, die Mut, Reinheit und Rechtschaffenheit erfordert. Das Gedicht ist ein Aufruf zur Selbstreflexion und zum Handeln im Namen der Freiheit und des Rechts.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- deutsches Volk, dies sei dein Ruhm
- Bildsprache
- Die Lüge winkt, die Schmeichler locken
- Metapher
- Die Freiheit läßt sich nicht gewinnen, sie wird von außen nicht erstrebt
- Parallelismus
- mit seiner Kette spielt der Knecht
- Symbolik
- der Freiheit Werk rein zu vollenden