Frecher Bengel

Richard Dehmel

1879

Ich bin ein kleiner Junge, ich bin ein großer Lump. Ich habe eine Zunge und keinen Strump.

Ihr braucht mir keinen schenken, dann reiß ich mir kein Loch. Ihr könnt euch ruhig denken: Jottedoch!

Ich denk von euch dasselbe. Ich kuck euch durch den Lack. Ich spuck euch aufs Gewölbe. Pack!

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Illustration zu Frecher Bengel

Interpretation

Das Gedicht "Frecher Bengel" von Richard Dehmel ist ein freches und respektloses Gedicht, das die Perspektive eines ungezogenen Jungen einnimmt. Der Junge beschreibt sich selbst als "großen Lump", was darauf hindeutet, dass er sich seiner eigenen Unartigkeit bewusst ist. Er prahlt damit, eine Zunge zu haben, aber keinen Strumpf, was als Metapher für seinen respektlosen Umgang mit anderen Menschen interpretiert werden kann. Der zweite Teil des Gedichts zeigt die trotzige und provokante Natur des Jungen. Er weigert sich, sich an die Regeln zu halten und droht damit, sich selbst zu schaden, wenn man ihm etwas schenkt. Er fordert die Erwachsenen heraus, ihn zu verstehen und zu akzeptieren, wie er ist. Der Ausruf "Jottedoch!" am Ende des zweiten Verses unterstreicht seine rebellische Haltung und seinen Wunsch nach Aufmerksamkeit. Im dritten Teil des Gedichts richtet sich der Junge direkt an die Erwachsenen und behauptet, dass er genauso über sie denkt wie sie über ihn. Er betrachtet sie kritisch und spuckt auf ihr Gewölbe, was als Ausdruck seiner Verachtung und seines Ungehorsams interpretiert werden kann. Das Gedicht endet mit dem Wort "Pack!", was die Verachtung des Jungen für die Erwachsenen und die Gesellschaft im Allgemeinen unterstreicht.

Schlüsselwörter

keinen kleiner junge großer lump habe zunge strump

Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
Ich habe eine Zunge und keinen Strump.
Anapher
Ich denk von euch dasselbe. Ich kuck euch durch den Lack. Ich spuck euch aufs Gewölbe.
Enjambement
Ihr braucht mir keinen schenken, dann reiß ich mir kein Loch.
Imperativ
Ihr braucht mir keinen schenken.
Kontrast
Ich bin ein kleiner Junge, ich bin ein großer Lump.
Metapher
Ich kuck euch durch den Lack.
Wiederholung
Ich bin ein kleiner Junge, ich bin ein großer Lump.