Frauensegen
1914Schreitest unter deinen Frau′n Und du lächelst oft beklommen: Sind so bange Tage kommen. Weiß verblüht der Mohn am Zaun.
Wie dein Leib so schön geschwellt Golden reift der Wein am Hügel. Ferne glänzt des Weihers Spiegel Und die Sense klirrt im Feld.
In den Büschen rollt der Tau, Rot die Blätter niederfließen. Seine liebe Frau zu grüßen Naht ein Mohr dir braun und rauh.
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Interpretation
Das Gedicht "Frauensegen" von Georg Trakl beschreibt eine Frau, die unter ihren Frauen schreitet und oft beklommen lächelt. Die Zeilen deuten darauf hin, dass besorgniserregende Tage gekommen sind. Der Mohn am Zaun ist weiß verblüht, was auf den Verfall oder das Ende einer Blütezeit hindeutet. Der zweite Teil des Gedichts vergleicht den geschwellten Körper der Frau mit dem reifenden Wein am Hügel. Der Spiegel des Weihers glänzt in der Ferne, während die Sense im Feld klirrt. Diese Bilder erzeugen eine Atmosphäre von Fruchtbarkeit und Ernte, aber auch von Arbeit und Mühe. Im letzten Teil des Gedichts wird beschrieben, wie der Tau in den Büschen rollt und die Blätter rot zu Boden fließen. Ein Mohr, braun und rauh, nähert sich, um die Frau zu begrüßen. Dies könnte als Hinweis auf eine Begegnung mit einem Fremden oder einem Unbekannten interpretiert werden, der die Frau aufsucht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Rot die Blätter niederfließen.
- Bildlichkeit
- Ferne glänzt des Weihers Spiegel / Und die Sense klirrt im Feld.
- Klangmalerei
- Und die Sense klirrt im Feld.
- Kontrast
- Weiß verblüht der Mohn am Zaun / Golden reift der Wein am Hügel.
- Metapher
- Wie dein Leib so schön geschwellt / Golden reift der Wein am Hügel.
- Personifikation
- Weiß verblüht der Mohn am Zaun.
- Symbolik
- Schreitest unter deinen Frau′n / Und du lächelst oft beklommen.