Frauenlob

Max von Schenkendorf

1800

Frauenlob nur mag ich singen, Sing′ ein Andrer Krieg und Ruhm; Myrthenkränze will ich bringen, Cypris, in dein Heiligthum. Frauen haben mich erzogen, Ihrem Dienst mich früh geweiht, Haben meinen Sinn gebogen Von der Rohheit zu der Weiblichkeit.

Allem Großen, allem Schönen Ist des Sängers Herz geweiht, Und er feiert es in Tönen, Wenn es seinem Blick sich beut. Aber was die Sehnsucht fodert, Was in Eden grünt und blüht, Jene Glut, die züchtig lodert, Zeigt sich nur im weiblichen Gemüth.

Eines jungen Lenzes Sprossen, Kränze, die der Mai sich flicht, Thau, dem Paradies entflossen, Gleichen solcher Zartheit nicht. Lächelnd in der Marterkrone, Stilles duldendes Geschlecht, Wird für deine Treu zum Lohne Deinem Herzen je sein süßes Recht?

Dichtermund ist auserkoren, Zu verkündigen dein Lob, Deinem Dienste zugeschworen, Der die Ritterschaft erhob, Von den Thränen, von den Bürden Aufwärts deinen Blick zu ziehn Zu des Mittleramtes Würden, Die der Schöpfungsmorgen dir verliehn.

»Steig hinan des Thrones Stufe! Ritter, eilt zum Dienst herbei!« Alles folgt dem Zauberrufe, Die Vergangenheit wird neu! Es erklingen alte Lieder, Minnesänger werden wach, Und die goldne Zeit kehrt wieder, Wo der Liebeshof das Urtheil sprach.

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Illustration zu Frauenlob

Interpretation

Das Gedicht "Frauenlob" von Max von Schenkendorf ist ein Loblied auf die Frauen, das ihre Schönheit, Zärtlichkeit und ihre erzieherische Rolle preist. Der Sprecher des Gedichts bekennt, dass er nur Frauen preisen möchte, während andere von Krieg und Ruhm singen. Er sieht die Frauen als Erzieherinnen und Gestalterinnen der Gesellschaft, die den Menschen von der "Rohheit zu der Weiblichkeit" führen. Im zweiten Teil des Gedichts betont der Sprecher, dass er dem Großen und Schönen in seinen Tönen huldigt, aber dass die wahre Sehnsucht und Glut nur im weiblichen Gemüt zu finden ist. Er vergleicht die Zartheit der Frauen mit den Sprössen eines jungen Frühlings und den Kränzen, die der Mai flicht. Trotz der Leiden, die Frauen ertragen müssen, fragt er sich, ob sie jemals die Anerkennung und das Recht erhalten werden, das ihnen zusteht. Im letzten Teil des Gedichts wird der Dichter als auserw

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Alliteration
Dichtermund ist auserkoren
Anapher
Frauenlob nur mag ich singen, Sing' ein Andrer Krieg und Ruhm;
Anspielung
Wo der Liebeshof das Urtheil sprach
Hyperbel
Eines jungen Lenzes Sprossen, Kränze, die der Mai sich flicht
Metapher
Myrthenkränze will ich bringen, Cypris, in dein Heiligthum.
Personifikation
Was in Eden grünt und blüht
Rhetorische Frage
Wird für deine Treu zum Lohne Deinem Herzen je sein süßes Recht?
Symbolik
Thau, dem Paradies entflossen