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Frauenhände

Von

O ihr gütig lieben Frauenhände,
So geschickt, zu glätten und zu heilen:
Jede Freude wollt ihr mit uns teilen –
Aber nur verschönt als eure Spende
Reicht ihr stets die ganze uns am Ende!

Werd‘ ich einst in ew’ge Nacht vertrieben,
Schließt mir eine einst von euch die Lider:
O, so mög‘ dann alles, alles wieder,
Was mein Auge trank an Licht und Lieben,
Füllen diese Hand, die leer geblieben.

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Gedicht: Frauenhände von Hanns von Gumppenberg

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Frauenhände“ von Hanns von Gumppenberg ist eine poetische Hommage an die Frauenhand und ihre vielfältigen Qualitäten, die von Zärtlichkeit bis zur Gabe des Lebens reichen. Es ist ein Lobgesang, der die Fähigkeit der Frauenhand hervorhebt, zu trösten, zu heilen und Freude zu schenken, jedoch mit einer subtilen, melancholischen Note, die sich im Laufe des Gedichts offenbart. Der Dichter nutzt eine einfache, aber eindringliche Sprache, um die Wertschätzung und zugleich die Ambivalenz gegenüber dieser besonderen Gestalt des Weiblichen auszudrücken.

Die ersten beiden Strophen beschreiben die positiven Aspekte der Frauenhände. Sie werden als „gütig“ und „lieben“ bezeichnet, die Gabe des Glättens und Heilens wird hervorgehoben. Die Frauenhände sind bereit, Freude zu teilen, jedoch stets in einer Form, die von ihnen „verschönt“ wurde. Diese Formulierung deutet bereits auf eine gewisse Einschränkung hin: Die Freude wird als Geschenk gewährt, jedoch mit einer bestimmten Prägung, die möglicherweise die eigene Freiheit des Empfängers beschränkt. Die letzte Zeile der ersten Strophe, „Reicht ihr stets die ganze uns am Ende!“, lässt einen Hauch von Enttäuschung oder Unvollständigkeit anklingen.

Die zweite Strophe wendet sich dem Thema des Todes und der Ewigkeit zu. Der Dichter wünscht sich, dass ihm eine Frauenhand die Augen im Tod schließt, wodurch ein Kreislauf von Leben und Tod, von Geben und Nehmen symbolisiert wird. Dieser Wunsch zeigt eine tiefe Sehnsucht nach Trost und Geborgenheit, selbst im Angesicht des Todes. Die anschließenden Zeilen, „O, so mög‘ dann alles, alles wieder, / Was mein Auge trank an Licht und Lieben, / Füllen diese Hand, die leer geblieben“, offenbaren die zentrale Botschaft des Gedichts.

In der abschließenden Zeile manifestiert sich die zentrale Kernaussage des Gedichtes, die Leere, die zurückbleibt, wenn die Gabe der Liebe, des Lichts und der Freude von den Frauenhänden gewährt wird. Diese Leere, die in der Hand des Dichters verbleibt, deutet auf die Unvollständigkeit der menschlichen Erfahrung hin, auf das Ungleichgewicht zwischen Geben und Nehmen, zwischen dem, was man empfängt, und dem, was letztendlich zurückbleibt. Das Gedicht ist somit eine melancholische Reflexion über die Schönheit und die Ambivalenz der Liebe, die durch die Symbolik der Frauenhand ausgedrückt wird.

Weitere Informationen

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Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.