Frankfurt am Main
1928Wie ich mich auf dich freue! Nur noch fünf Tage weit! Wird! Was ich auch scheue, Niemals die Zeit.
Ich sitze wo und esse. Um mich die Herrn von der Messe Sind alle wichtig im Gefecht. Ich wollte, ich wäre bezecht.
Nahbei, vor einem stolzen Hotel (Wo man noch echten Whisky hat), Schwemmt sich aus schöner Schale ein Quell, Als weinte eine ganze Stadt Ihre Zeitnot über den Rand.
Renée, ich küsse deine Hand. Auf Wiedersehn! Ich denke: Wenn nächstens vieles fällt, Wir zwei bleiben stehn, Solange wir wissen, was uns hält.
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Interpretation
Das Gedicht "Frankfurt am Main" von Joachim Ringelnatz beschreibt die Vorfreude des lyrischen Ichs auf eine Reise nach Frankfurt, die nur noch fünf Tage entfernt ist. Die Zeit scheint sich zu dehnen, und das Ich sehnt sich danach, endlich anzukommen. Während es an einem unbekannten Ort sitzt und isst, beobachtet es die Geschäftigkeit der Messebesucher, die in wichtigen Angelegenheiten vertieft sind. Das Ich wünscht sich, betrunken zu sein, um der Realität zu entfliehen und sich von den Zwängen des Alltags zu befreien. In der zweiten Strophe wird die Szene in Frankfurt selbst lebendig. Vor einem stolzen Hotel, in dem echter Whisky serviert wird, sprudelt ein Brunnen, der die ganze Stadt zu weinen scheint. Der Quell symbolisiert die Sehnsucht und das Verlangen nach etwas, das verloren gegangen ist oder unerreichbar scheint. Die Stadt scheint unter der Last der Zeitnot zu leiden, was auf den Druck und die Hektik des modernen Lebens hindeutet. Im letzten Teil des Gedichts wendet sich das Ich an eine Person namens Renée, deren Hand es küssen möchte. Es verabschiedet sich mit dem Versprechen, sich wiederzusehen, und drückt die Hoffnung aus, dass sie, wenn alles andere fällt oder zusammenbricht, zusammenbleiben werden. Solange sie wissen, was sie zusammenhält, werden sie standhaft bleiben und die Herausforderungen des Lebens meistern. Das Gedicht endet mit einem Hauch von Optimismus und der Gewissheit, dass die Liebe und die Verbundenheit zwischen den beiden Personen stark genug sind, um alle Hindernisse zu überwinden.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Nahbei, vor einem stolzen Hotel
- Bildlichkeit
- Schwemmt sich aus schöner Schale ein Quell
- Direkte Ansprache
- Renée, ich küsse deine Hand
- Hyperbel
- Nur noch fünf Tage weit!
- Kontrast
- Wenn nächstens vieles fällt, Wir zwei bleiben stehn
- Metapher
- Als weinte eine ganze Stadt Ihre Zeitnot über den Rand
- Personifikation
- Um mich die Herrn von der Messe Sind alle wichtig im Gefecht
- Rhythmus
- Wie ich mich auf dich freue! Nur noch fünf Tage weit!
- Symbolik
- Wo man noch echten Whisky hat
- Wiederholung
- Was ich auch scheue, Niemals die Zeit