Frage und Antwort

Gottlieb Konrad Pfeffel

1736

FRAGE Ich bin der Autor des Gedichts. Nun sagen Sie mir frei, Was dachten Sie dabei?

ANTWORT Ich dachte, was der Autor… Nichts!

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Illustration zu Frage und Antwort

Interpretation

Das Gedicht Frage und Antwort von Gottlieb Konrad Pfeffel thematisiert die oft unklare oder gar nicht vorhandene Intention des Autors bei der Entstehung eines Werkes. Die Frage des Autors an den Leser, was dieser bei der Lektüre des Gedichts dachte, wird vom Leser mit der lakonischen Antwort "Ich dachte, was der Autor... Nichts!" beantwortet. Damit wird die Vorstellung infrage gestellt, dass der Autor bei der Entstehung seines Werkes eine konkrete, bewusste Intention verfolgt. Die Pointe des Gedichts liegt in der unerwarteten Antwort des Lesers, die die Erwartungen des Autors konterkariert. Der Autor erwartet vermutlich eine ausführliche Interpretation oder Deutung seines Gedichts, die er dann vielleicht bestätigen oder korrigieren kann. Stattdessen erfährt er, dass der Leser nichts Bestimmtes dachte, womit die Intention des Autors als nicht vorhanden oder zumindest nicht erkennbar dargestellt wird. Auf diese Weise wirft das Gedicht grundsätzliche Fragen nach der Rolle von Autor und Leser, Intention und Interpretation auf. Es deutet an, dass die Bedeutung eines literarischen Werks nicht vom Autor festgelegt, sondern vielmehr durch den Leser konstituiert wird. Die Intention des Autors, so scheint es, ist letztlich irrelevant für die Wirkung und Deutung des Gedichts.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

Wortwolke zu Frage und Antwort

Stilmittel

Ironie
Ich dachte, was der Autor... Nichts!
Paronomasie
Ich bin der Autor des Gedichts. Nun sagen Sie mir frei, Was dachten Sie dabei?
Rhetorische Frage
Nun sagen Sie mir frei, Was dachten Sie dabei?