Fluch

Maria Luise Weissmann

1899

Wenn es Dich aufreißt, denk daran. ……………………………. Wie so das Herz zum Herzen schwoll So ohne Maß, so übervoll. Wo Du auch stehst, gedenk daran. Vergiß es nicht, wo Du auch ruhst, Wo müd Dein Haupt sich hingeneigt In Heimat fremd, Verlangen schweigt - Wie Stillung einst auf Lider sank, So blau behaucht, so liebekrank. Wo Du verweilst, vergiß es nicht.

Sei eingedenk, wie Du auch hoffst Auf Irrfahrt gehst, spät oder früh, zuviel der Müh Wo aller Weg einst einer war So voller Ziel, so sonnenklar - Sei eingedenk, wohin Du gehst.

Und noch zuletzt gemahn es Dich, Wenn Tod Dich faßt, die leere Hand Den Weg hinweist in leeres Land, Wie Hand und Weg schon einmal, leer, So fernhinaus, ohn Wiederkehr… Daran zuletzt gemahn Dichs auch.

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Illustration zu Fluch

Interpretation

Das Gedicht "Fluch" von Maria Luise Weissmann ist eine emotionale Reflexion über die Vergänglichkeit und die Unvermeidlichkeit des Todes. Die Sprecherin fordert den Leser auf, sich an die Vergangenheit zu erinnern und sich bewusst zu sein, dass das Leben vergänglich ist. Das Gedicht ist in drei Strophen unterteilt, die jeweils eine andere Phase des Lebens thematisieren: die Jugend, das Erwachsenenalter und das Alter. In der ersten Strophe geht es um die Jugend und die Erinnerungen an die Vergangenheit. Die Sprecherin erinnert den Leser daran, wie das Herz einst voller Liebe und Leidenschaft war und wie es sich nach Heimat sehnte. Die zweite Strophe beschäftigt sich mit dem Erwachsenenalter und den Hoffnungen und Träumen, die man auf seinem Lebensweg verfolgt. Die Sprecherin fordert den Leser auf, sich bewusst zu sein, dass das Leben voller Herausforderungen ist und dass man sich auf den Weg machen muss, um seine Ziele zu erreichen. Die letzte Strophe beschäftigt sich mit dem Alter und dem Tod. Die Sprecherin erinnert den Leser daran, dass der Tod unausweichlich ist und dass man sich bewusst sein muss, dass das Leben vergänglich ist. Die leere Hand und der leere Weg symbolisieren die Endlichkeit des Lebens und die Tatsache, dass man am Ende alleine ist. Das Gedicht endet mit einem Fluch, der den Leser daran erinnert, dass das Leben vergänglich ist und dass man sich bewusst sein muss, dass der Tod unausweichlich ist.

Schlüsselwörter

daran weg vergiß einst eingedenk gehst zuletzt gemahn

Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
Wo müd Dein Haupt sich hingeneigt / In Heimat fremd, Verlangen schweigt
Bildlichkeit
Wie Hand und Weg schon einmal, leer, / So fernhinaus, ohn Wiederkehr...
Hyperbel
So ohne Maß, so übervoll.
Metapher
Wie so das Herz zum Herzen schwoll / So ohne Maß, so übervoll.
Parallelismus
Wo Du auch stehst, gedenk daran. / Vergiß es nicht, wo Du auch ruhst, / Wo Du verweilst, vergiß es nicht.