Floramor oder Tausendschön
1826Wann die Nymphen sich ergötzen, Und sie etwan in dem Hetzen Eines Dornes Stachel ritzt: Wo der Ritz sich hin ergossen, Macht er Floramoren sprossen, Blutes Purpur auf sie spritzt.
Jene mag die Meerschneck′ mahlen, Die zu Hof in Purpur prahlen, Die ein prächtig Elend ziert: Schöner sind die Tausendschönen, Die uns hier mit Freiheit krönen, Wo man fromme Heerden führt.
Amarante, Liebesblüthe! Blumen liebe ich und biete Ehre vor den andern dir. Du den Blumhold ehre wieder, Stehe, wann ich liege nieder, Dort um meine Grabesthür.
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Interpretation
Das Gedicht "Floramor oder Tausendschön" von Sigmund von Birken beschreibt die Entstehung der Floramor-Blume aus einem Dornenstich einer Nymphe. Es vergleicht die bescheidene Schönheit der Floramor mit dem prächtigen, aber leeren Luxus der Meerschnecken, die am Hof getragen werden. Die Floramor wird als Symbol für Freiheit und Einfachheit gepriesen, während die Meerschnecken als Zeichen für ein "prächtiges Elend" stehen. Im zweiten Teil des Gedichts wendet sich der Sprecher der Amaranten, der "Liebesblüte", zu und erklärt seine Liebe zu ihr sowie seine Ehrerbietung vor ihr. Die Amaranten wird als eine Blume dargestellt, die den Sprecher ehrt und ihn begleitet, auch wenn er selbst nicht mehr anwesend ist. Die letzte Strophe deutet auf eine Verbindung zwischen dem Sprecher und der Blume hin, die über den Tod hinausgeht. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine Botschaft über die Schönheit und den Wert der Natur, die im Gegensatz zu künstlichem Luxus und Prunk steht. Es betont die Bedeutung von Einfachheit, Freiheit und Liebe zur Natur, die auch in schwierigen Zeiten Trost und Schönheit spenden können.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Blumen liebe ich und biete
- Anapher
- Die zu Hof in Purpur prahlen, Die ein prächtig Elend ziert
- Hyperbel
- Wo man fromme Heerden führt
- Metapher
- Wo der Ritz sich hin ergossen, Macht er Floramoren sprossen, Blutes Purpur auf sie spritzt.
- Personifikation
- Wann die Nymphen sich ergötzen