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Fiumiccino

Von

Freude gewährt dir die Ebne des weiten unendlichen Meeres,
Trauernd blickst du von hier in die Campagna zurück,
Bettler und Fischer umgeben, Matrosen, Verbrecher,
Mönche, Soldaten, und kurz, Bilder des Jammers dich nur.

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Gedicht: Fiumiccino von Wilhelm Friedrich Waiblinger

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Fiumiccino“ von Wilhelm Friedrich Waiblinger ist eine Momentaufnahme, die die Kontraste zwischen dem weiten Meer und der Campagna, sowie den dort anzutreffenden Menschen, einfängt. Der erste Vers beschreibt die Freude, die von der unendlichen Weite des Meeres ausgeht, während der zweite Vers die Trauer und das Wehmütige Gefühl des Sprechers thematisiert, der seinen Blick von der Küste in die Campagna schweifen lässt. Waiblinger nutzt hier das Stilmittel der Gegenüberstellung, um die unterschiedlichen Emotionen und Lebensumstände hervorzuheben.

Die folgenden Verse konzentrieren sich auf die Beschreibung der Menschen, die in der Campagna anzutreffen sind. Der Autor zählt eine Reihe von sozialen Gruppen auf: „Bettler und Fischer umgeben, Matrosen, Verbrecher, Mönche, Soldaten“. Diese Aufzählung zeigt eine Vielfalt der menschlichen Existenz, die von den Armen bis zu den vermeintlich Mächtigen reicht, und zeichnet ein Bild des Jammers und des Leids. Die Verwendung des Wortes „kurz“ am Ende der Aufzählung deutet darauf hin, dass die beschriebenen Menschen nur einen Ausschnitt der gesamten menschlichen Erfahrung darstellen, aber doch stellvertretend für das Leid der Welt stehen.

Waiblinger präsentiert in diesem Gedicht kein romantisch verklärtes Bild der Natur oder der Menschen, sondern eine nüchterne Beobachtung, die von einem tiefen Gefühl des Mitgefühls geprägt ist. Der Kontrast zwischen der Freude des Meeres und dem Jammer der Campagna erzeugt eine Spannung, die den Leser dazu anregt, über die Bedingungen des menschlichen Daseins und die Ungleichheit in der Welt nachzudenken. Der Ort Fiumiccino wird somit zum Schauplatz einer Reflexion über die Polarität von Glück und Unglück.

Insgesamt ist „Fiumiccino“ ein kurzes, aber eindringliches Gedicht, das durch seine klare Sprache und die präzise Beobachtungsgabe des Autors besticht. Es ist ein Zeugnis der menschlichen Erfahrung, die sowohl Momente der Freude als auch der Trauer umfasst. Die abschließende Aussage, dass diese Menschen „Bilder des Jammers“ darstellen, unterstreicht die zentrale Thematik des Gedichts: das Leid und die soziale Ungerechtigkeit, die den Menschen in dieser Umgebung widerfahren.

Weitere Informationen

Hier finden sich noch weitere Informationen zu diesem Gedicht und der Seite.

Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.