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Fitzebutze

Von

Lieber ßöner Hampelmann,
deine Detta sieht dich an!
Ich bin dhoß, und Du bist dein;
willst du Fitzebutze sein?
Tomm!

Tomm auf Hatems dhoßen Tuhl,
Vitzlibutzki, Blitzepul!
Hater sagt, man weiß es nicht,
wie man deinen Namen sp′icht.
Pst!

Pst, sagt Hater, Fitzebott
war eimal ein lieber Dott,
der auf einem Tuhle saß
und sebrame Menßen aß.
Huh!

Huh, sei dut, ich bin so dein
und will immer a′tig sein.
Fitzebutze, du bist dhoß;
kleine Detta spaßt ja bloß.
Ja?

Ja, ich bin dir wirktlich dut!
Willst du einen neuen Hut?
Tlinglingling: wer b′ingt das Band?
Königin aus Mohrenland!
Tnicks!

Tnix, ich bin F′au Tönidin,
hab zvei Lippen von Zutterrosin;
Fitzebutze, sieh mal an,
ei, wie Detta tanzen kann!
Hoppß!

Hopßa, hopßa, hopßassa;
Tönigin von Af′ika!
Flitzeputzig, Butzebein,
wann soll unse Hochzeit sein?
Du!

Du! Mein deiner lieber Dott!
Du?! sonst geh ich von dir fo′t! –
Ach, du dummer Hampelmann,
siehst ja Detta gamicht an!
Marsch! –

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Gedicht: Fitzebutze von Richard Dehmel

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Fitzebutze“ von Richard Dehmel ist ein verspieltes und rätselhaftes Gedicht, das von kindlicher Fantasie und einem spielerischen Umgang mit Sprache lebt. Es entzieht sich einer eindeutigen Interpretation, da es weniger eine zusammenhängende Geschichte erzählt als vielmehr eine Abfolge von assoziativen Bildern und Lautmalereien, die einen kindlichen Kosmos erschaffen. Das Gedicht scheint von einem spielerischen Dialog zwischen einem Kind, hier als „Detta“ bezeichnet, und einer fiktiven Figur namens „Fitzebutze“ zu handeln.

Die Sprache des Gedichts ist auffällig kindlich und spielerisch. Dehmel verwendet eine Vielzahl von Wortspielen, Lautmalereien und Neologismen, die die Ernsthaftigkeit des Inhalts aufbrechen und eine heitere, fantasievolle Atmosphäre erzeugen. Die verdrehten und veränderten Wörter wie „dhoß“, „Vitzlibutzki“ oder „Tlinglingling“ sowie die ständigen Wechsel zwischen kindlicher Anrede und fiktiven Gestalten wie „Königin aus Mohrenland“ und „F′au Tönidin“ unterstreichen den spielerischen Charakter des Gedichts. Die zahlreichen Ausrufe und Fragen deuten auf eine lebhafte Interaktion hin.

Die Bedeutung des Gedichts liegt weniger in einer klaren Erzählstruktur als vielmehr in der Vermittlung eines spielerischen Umgangs mit Sprache und Fantasie. „Fitzebutze“ scheint eine Art Fantasiefigur zu sein, mit der das Kind interagiert. Das Gedicht spielt mit den kindlichen Sehnsüchten nach Geborgenheit, Zuneigung und Abenteuer, aber auch mit den Ängsten vor dem Unbekannten. Die sich wiederholenden Aufforderungen und Fragen, die sich durch das Gedicht ziehen, sowie die wechselnden Rollen der Figuren, deuten auf eine dynamische und unvorhersehbare Interaktion hin, die typisch für das kindliche Spiel ist.

Die Verwendung von Reimen und rhythmischen Strukturen verstärkt den spielerischen Charakter und macht das Gedicht leicht zugänglich. Der abschließende Ausruf „Marsch!“ deutet auf eine plötzliche Beendigung des Spiels und unterstreicht die Flüchtigkeit und Unberechenbarkeit des kindlichen Fantasiewelt. Das Gedicht zeigt, dass die kindliche Fantasie, die Fähigkeit, sich in eine Welt der Fantasie zu begeben, zu kreieren und mit ihr zu interagieren, eine wichtige und bereichernde Erfahrung ist.

Weitere Informationen

Hier finden sich noch weitere Informationen zu diesem Gedicht und der Seite.

Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.