Finkenfütterung

Hanns von Gumppenberg

1866

“Ihr lieben Finken, frisch herzu, Und sättigt euch zum Platzen!” Da flattert’s auch schon her im Nu: Ein Fink - und dreizehn Spatzen!

Die Spatzen sind gar frech und flink, Sie picken ohne Pausen - Der feine Fink, der arme Fink, Geht leer aus bei dem Schmausen!

Er flieht hinauf ins Laubgeäst, Will nichts mehr sehn und hören: Und träumt von einem Finkenfest, Das keine Spatzen stören.

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Illustration zu Finkenfütterung

Interpretation

Das Gedicht "Finkenfütterung" von Hanns von Gumppenberg beschreibt eine Szene, in der ein Fink versucht, sich an Futter zu laben, jedoch von dreizehn frechen Spatzen vertrieben wird. Die Spatzen werden als flink und frech beschrieben, die ohne Pausen picken und den armen Fink leer ausgehen lassen. Der Fink flüchtet daraufhin in das Laubgeäst und will nichts mehr sehen oder hören. Er träumt von einem Fest, bei dem keine Spatzen stören. Die Interpretation des Gedichts könnte darauf hindeuten, dass es sich um eine Allegorie für soziale Ungerechtigkeit handelt. Der Fink symbolisiert möglicherweise eine benachteiligte Gruppe, die von den Spatzen, die für eine privilegierte Gruppe stehen könnten, unterdrückt wird. Die Spatzen nutzen ihre Überzahl und ihre Dreistigkeit aus, um den Fink auszuschließen und sich selbst zu bereichern. Der Traum des Finkens von einem Fest ohne Spatzen könnte als Wunsch nach einer gerechteren Gesellschaft interpretiert werden, in der alle gleich behandelt werden und niemand benachteiligt wird. Eine weitere Interpretation könnte sein, dass das Gedicht die menschliche Natur und das Verhalten in sozialen Situationen widerspiegelt. Die Spatzen könnten als egoistische und rücksichtslose Menschen dargestellt werden, die ihre eigenen Interessen über die anderer stellen. Der Fink hingegen könnte als ein sensibler und verletzlicher Mensch interpretiert werden, der von der Gier und dem Verhalten anderer überfordert ist. Der Traum des Finkens von einem Fest ohne Spatzen könnte als Sehnsucht nach einer harmonischeren und friedlicheren Gesellschaft gesehen werden, in der die Menschen füreinander einstehen und sich gegenseitig unterstützen.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Anapher
Ihr lieben Finken, frisch herzu, Und sättigt euch zum Platzen!
Beschreibung
Die Spatzen sind gar frech und flink, Sie picken ohne Pausen
Kontrast
Ein Fink - und dreizehn Spatzen!
Metapher
Der feine Fink, der arme Fink
Personifikation
Will nichts mehr sehn und hören
Symbolik
Und träumt von einem Finkenfest, Das keine Spatzen stören
Wiederholung
Der feine Fink, der arme Fink