Fernes Licht

Karl Kraus

1874

Fernes Licht mit nahem Schein wie ich mich auch lenke, lockt es dich nicht dazusein, wenn ich an dich denke?

Wo du bist, du sagst es nicht und du kannst nicht lügen. Nahen Schein von fernem Licht läßt du mir genügen.

Wüßt’ ich, wo das ferne Licht, wo es aufgegangen, naher Schein, er wehrte nicht, leicht dich zu erlangen.

Fernes Licht mit nahem Schein mir zu Lust und Harme, lockt es dich nicht da zu sein, wenn ich dich umarme?

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Illustration zu Fernes Licht

Interpretation

Das Gedicht "Fernes Licht" von Karl Kraus thematisiert die Sehnsucht und das Verlangen nach einer unerreichbaren Person oder einem unerreichbaren Ziel. Der Sprecher beschreibt ein "Fernes Licht" mit "nahem Schein", das ihn anzieht und gleichzeitig frustriert. Dieses Licht symbolisiert die unerreichbare Person, die der Sprecher begehrt, aber nicht erreichen kann. Die erste Strophe fragt, ob die Person, an die der Sprecher denkt, sich von dem "Fernen Licht" angezogen fühlt und ob sie sich ihm nähern möchte. Die zweite Strophe betont die Ehrlichkeit der Person, die nicht lügt und dem Sprecher den "Nahen Schein" des "Fernen Lichts" gewährt. Dies deutet darauf hin, dass die Person dem Sprecher eine gewisse Nähe oder Verbindung ermöglicht, aber nicht mehr. Die dritte Strophe drückt den Wunsch des Sprechers aus, zu wissen, wo das "Ferne Licht" seinen Ursprung hat. Wenn er dies wüsste, könnte er die Person leichter erreichen. Die letzte Strophe wiederholt die erste und betont die Ambivalenz des Sprechers, der sowohl von dem "Fernen Licht" angezogen als auch frustriert ist. Die Frage, ob die Person sich dem Sprecher nähern möchte, wenn er sie umarmt, bleibt unbeantwortet und unterstreicht die unerreichbare Natur der Beziehung.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Alliteration
Schein von fernem Licht
Chiasmus
Nahen Schein von fernem Licht läßt du mir genügen
Kontrast
Fernes Licht mit nahem Schein
Metapher
Fernes Licht mit nahem Schein
Personifikation
lockt es dich nicht dazusein
Rhetorische Frage
lockt es dich nicht dazusein, wenn ich an dich denke?
Wiederholung
Fernes Licht mit nahem Schein