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Fern von dir, o Welt

Von

Daß, o Welt, o laß mich sein!
Zieh′ mich nicht in deine Kreise;
Laß mich, fern von dir, allein
Leben still nach meiner Weise.

Locket nicht mit Liebesgaben,
Denn sie reizen mich nicht mehr,
Lust und Leid hab′ ich begraben
Tief in einem stillen Meer.

Laßt dies Herz alleine haben,
Was ihm einzig lieb und wert,
Was, o Welt, statt deiner Gaben
Ihm ein güt′ger Gott beschert.

Seine Wonne, seine Pein
Hat′s um heil′gen Gottesfrieden
Eingetaucht, und stille sein
Ist sein höchstes Glück hienieden.

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Gedicht: Fern von dir, o Welt von Julius Sturm

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Fern von dir, o Welt“ von Julius Sturm ist eine innige Abkehr von der Welt und ein Bekenntnis zum inneren Frieden und zur Kontemplation. Die Ich-Form des Gedichts drückt den Wunsch nach Isolation und die Ablehnung weltlicher Verlockungen aus. Die ersten beiden Strophen etablieren die zentrale Thematik der Distanzierung von der Welt, wobei die Welt als eine Ansammlung von Ablenkungen und Versuchungen wahrgenommen wird, die den Sprecher nicht mehr anziehen.

Das Gedicht offenbart eine tiefe Sehnsucht nach Ruhe und Innerlichkeit. Der Sprecher hat die Freuden und Leiden des Lebens hinter sich gelassen und sie in einem „stillen Meer“ begraben. Diese Metapher deutet auf eine innere Reinigung und die Suche nach einem Zustand der Leere und Gelassenheit hin. Die „Liebesgaben“ und die „Kreise“ der Welt werden als irrelevant oder gar schädlich empfunden. Es ist die Sehnsucht nach einer tieferen, spirituellen Erfüllung, die sich in der Ablehnung des Weltlichen manifestiert.

Die dritte Strophe ist eine direkte Ansprache an die Welt und beinhaltet eine Bitte, das Herz des Sprechers in Ruhe zu lassen. Es wird klargestellt, dass das, was dem Herzen lieb und wert ist, nicht von der Welt, sondern von einem „güt’gen Gott“ kommt. Dies deutet auf eine tiefe religiöse oder spirituelle Orientierung hin, bei der der Glaube und die Verbindung zum Göttlichen als die wahren Quellen von Glück und Erfüllung angesehen werden.

Die abschließende Strophe kulminiert in der Erkenntnis, dass die „Wonne“ und die „Pein“ des Lebens in einem „heil’gen Gottesfrieden“ aufgegangen sind. Die Stille wird zum höchsten Glück erhoben, was die finale Abkehr von der Welt und die Hinwendung zum inneren Frieden unterstreicht. Das Gedicht ist somit ein Loblied auf die Kontemplation und die spirituelle Erleuchtung, eine Flucht vor den Unruhen der Welt hin zur Stille und zum Trost des Glaubens.

Weitere Informationen

Hier finden sich noch weitere Informationen zu diesem Gedicht und der Seite.

Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.