Fern und nahe
1808Weste säuseln deinen Namen, Rosen zeigen mir dein Bild, Und die Quelle, süß und mild, Spiegelt es im Blütenrahmen.
Und in deinen Namen schlingen Perlen sich im Wiesengrün; In den Sternen les′ ich ihn, Hör′ ihn, wenn die Wellen klingen.
Also, bin ich dir auch ferne, Bleibst du doch mir ewig nah; - Doch warum, wenn ich dir nah, Bleibst du mir, ach! ewig ferne?
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Interpretation
Das Gedicht "Fern und nahe" von Anastasius Grün handelt von der intensiven Sehnsucht des lyrischen Ichs nach einer geliebten Person. Trotz der räumlichen Distanz zwischen ihnen fühlt sich das lyrische Ich ihr durch die Natur und ihre Umgebung auf intime Weise verbunden. Die Natur dient als Medium, das die Erinnerung an die Geliebte lebendig hält und ihre Anwesenheit in Abwesenheit spürbar macht. In den ersten beiden Strophen beschreibt das lyrische Ich, wie es die Geliebte in verschiedenen Elementen der Natur wiedererkennt: im Flüstern des Westwinds, im Bild der Rosen, im Spiegelbild der Quelle, in den Perlen im Wiesengrün, in den Sternen und im Klang der Wellen. Diese Naturbilder symbolisieren die tiefe Verbundenheit des lyrischen Ichs mit der Geliebten und die Unmöglichkeit, sich ihrer zu entziehen, selbst wenn sie physisch fern ist. Die letzte Strophe bringt eine Wende in der Stimmung des Gedichts. Während das lyrische Ich die Nähe der Geliebten in der Ferne spüren kann, drückt es seine Verzweiflung darüber aus, dass sie ihm selbst in ihrer physischen Nähe emotional fern bleibt. Diese Umkehrung des Titels "Fern und nahe" unterstreicht die tiefe emotionale Distanz, die zwischen den beiden besteht, und lässt das lyrische Ich in einem Zustand der unerfüllten Sehnsucht zurück.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Hör′ ihn, wenn die Wellen klingen
- Bildlichkeit
- Und die Quelle, süß und mild, Spiegelt es im Blütenrahmen
- Gegensatz
- Also, bin ich dir auch ferne, Bleibst du doch mir ewig nah
- Metapher
- Rosen zeigen mir dein Bild
- Personifikation
- Weste säuseln deinen Namen
- Rhetorische Frage
- Doch warum, wenn ich dir nah, Bleibst du mir, ach! ewig ferne?
- Symbolik
- Perlen sich im Wiesengrün