Fenster

Stefan George

1868

Fenster wo ich einst mit dir Abends in die landschaft sah Sind nun hell mit fremdem licht.

Pfad noch läuft vom tor wo du Standest ohne umzuschaun Dann ins tal hinunterbogst.

Bei der kehr warf nochmals auf Mond dein bleiches angesicht… Doch es war zu spät zum ruf.

Dunkel- schweigen - starre luft Sinkt wie damals um das haus. Alle freude nahmst du mit.

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Interpretation

Das Gedicht "Fenster" von Stefan George handelt von der Sehnsucht und dem Schmerz über eine verlorene Liebe. Der Sprecher blickt auf ein vergangenes gemeinsames Erlebnis zurück, als er mit seiner geliebten Person abends zusammen die Landschaft durch ein Fenster betrachtete. Nun jedoch erstrahlt das Fenster in fremdem Licht, was auf eine neue Beziehung oder eine Veränderung hindeutet. Der zweite Teil des Gedichts beschreibt einen Pfad, der vom Tor ausgeht, wo sich die geliebte Person einst ohne sich umzudrehen entfernte. Der Sprecher folgte ihr bis ins Tal, wo sie sich umdrehte und ihr bleiches Gesicht im Mondlicht erstrahlte. Doch es war zu spät, um sie zurückzurufen oder ihre Entscheidung zu ändern. Im letzten Teil des Gedichts herrscht eine düstere Stimmung. Die Dunkelheit, das Schweigen und die stille Luft umgeben das Haus, wie es damals der Fall war. Die geliebte Person hat all die Freude mitgenommen, die einst geteilt wurde. Das Gedicht vermittelt ein Gefühl von Verlust, Einsamkeit und unerfüllter Sehnsucht nach der verlorenen Liebe.

Schlüsselwörter

fenster einst abends landschaft sah hell fremdem licht

Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
mond dein
Anapher
Fenster wo ich einst mit dir Abends in die landschaft sah Sind nun hell mit fremdem licht.
Enjambement
Pfad noch läuft vom tor wo du Standest ohne umzuschaun Dann ins tal hinunterbogst.
Metapher
Mond dein bleiches angesicht
Personifikation
Dunkel- schweigen - starre luft Sinkt wie damals um das haus.