Februar
1864Schon leuchtet die Sonne wieder am Himmel und schmilzt die Schneelast von den Dächern und taut das Eis auf an den Fenstern und lacht ins Zimmer: wie geht′s? wie steht′s?
Und wenn es auch noch lang nicht Frühling, so laut es überall tropft und rinnt … du sinnst hinaus über deine Dächer … du sagst, es sei ein schreckliches Wetter, man werde ganz krank! und bist im stillen glückselig drüber wie ein Kind.
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Interpretation
Das Gedicht "Februar" von Cäsar Flaischlen beschreibt den Übergang vom Winter zum Frühling. Die Sonne beginnt wieder zu scheinen, schmilzt den Schnee von den Dächern und tau das Eis an den Fenstern auf. Diese Erneuerung wird personifiziert, da die Sonne ins Zimmer "lacht" und fragt: "wie geht's? wie steht's?" Obwohl es noch nicht ganz Frühling ist, sind die Zeichen des Wandels überall zu hören, in Form von tropfendem und rinndem Wasser. Der Sprecher sinnt über die Dächer hinaus und beobachtet das Wetter. Obwohl er es als "schrecklich" bezeichnet und meint, dass man davon krank werden könnte, ist er insgeheim glücklich darüber. Dieses Glück wird mit dem eines Kindes verglichen, was eine unschuldige und unbeschwerte Freude impliziert. Der Sprecher scheint die Veränderung der Jahreszeiten zu begrüßen, auch wenn er sie äußerlich kritisiert. Das Gedicht vermittelt eine Stimmung der Hoffnung und Erneuerung. Der Februar, der oft als kalter und trister Monat wahrgenommen wird, wird hier als Vorbote des Frühlings dargestellt. Die Sonne und das Tauwetter bringen Leben und Bewegung zurück, auch wenn der Winter noch nicht ganz vorbei ist. Das Gedicht lädt den Leser ein, die kleinen Anzeichen des Frühlings zu bemerken und sich an ihnen zu erfreuen, so wie ein Kind es tun würde.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Ironie
- du sagst, es sei ein schreckliches Wetter, man werde ganz krank! und bist im stillen glückselig drüber wie ein Kind
- Metapher
- die Schneelast von den Dächern
- Personifikation
- Schon leuchtet die Sonne wieder am Himmel und schmilzt die Schneelast von den Dächern und taut das Eis auf an den Fenstern und lacht ins Zimmer: wie geht's? wie steht's?