Fata Morgana
1938Ich breite meine Seele aus, wie ein Araber seinen Teppich, und bete still zu Sonne um deine Liebe.
Sähest du mich knieen im weißen Burnus meiner Zärtlichkeit, du würdest nicht vorüberziehen, weit am Horizont, mit deiner Karawane. -
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Interpretation
Das Gedicht "Fata Morgana" von Elisabeth Fuhrmann-Paulsen handelt von einer tiefen Sehnsucht und der Hoffnung auf die Liebe eines anderen Menschen. Die Sprecherin vergleicht ihre Seele mit einem Araber, der seinen Teppich ausbreitet, was auf eine Offenheit und Bereitschaft zur Hingabe hindeutet. Sie betet still zur Sonne, was als Metapher für die Hoffnung auf die Liebe des Geliebten interpretiert werden kann. Die zweite Strophe des Gedichts beschreibt eine mögliche Begegnung zwischen der Sprecherin und dem Geliebten. Die Sprecherin stellt sich vor, wie sie in einem weißen Burnus kniend vor dem Geliebten steht, was ihre Demut und ihre Bereitschaft zur Unterwerfung symbolisiert. Der weiße Burnus steht auch für die Reinheit und Unschuld der Liebe. Die letzte Zeile des Gedichts deutet auf eine mögliche Enttäuschung hin. Die Sprecherin befürchtet, dass der Geliebte an ihr vorüberziehen wird, ohne sie zu bemerken oder zu beachten. Die Karawane am Horizont symbolisiert die Distanz und Unerreichbarkeit des Geliebten. Das Gedicht endet mit einem Hauch von Melancholie und der Erkenntnis, dass die Liebe vielleicht nur eine Fata Morgana ist, eine Täuschung oder Illusion.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Metapher
- Ich breite meine Seele aus, wie ein Araber seinen Teppich
- Personifikation
- Sähest du mich knieen im weißen Burnus meiner Zärtlichkeit
- Symbolik
- Araber, Teppich, Sonne, Burnus, Karawane
- Vergleich
- wie ein Araber seinen Teppich