Familiengemälde
1876Großvater und Großmutter, Die saßen im Gartenhag, Es lächelte still ihr Antlitz Wie sonniger Wintertag.
Die Arme verschlungen, ruhten Ich und die Geliebte dabei, Uns blühten und klangen die Herzen Wie Blumenhaine im Mai.
Ein Bächlein rauschte vorüber Mit plätscherndem Wanderlied Stumm zog das Gewölk am Himmel, Bis unseren Blicken es schied.
Es raschelte von den Bäumen Das Laub, verwelkt und zerstreut, Und schweigend an uns vorüber Zog leisen Schrittes die Zeit.
Stumm blickt aufs junge Pärchen Das alte stille Paar; Des Lebens Doppelspiegel Stand vor uns licht und wahr:
Sie sahen uns an und dachten Der schönen Vergangenheit; Wir sahen sie an und träumten Von ferner, künftiger Zeit.
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Interpretation
Das Gedicht "Familiengemälde" von Anastasius Grün zeichnet ein Bild von zwei Generationen einer Familie, die im Garten sitzen und aufeinander blicken. Die Großeltern sitzen still und lächelnd da, während die jüngere Generation, der Erzähler und seine Geliebte, eng umschlungen ruhen. Die Stimmung ist friedlich und harmonisch, die Natur um sie herum spiegelt die Gefühle der Liebenden wider. Das Gedicht beschreibt den Kontrast zwischen den Generationen, aber auch die Gemeinsamkeit, die sie verbindet. Die Großeltern schauen auf das junge Paar und denken an ihre eigene Vergangenheit, während die jungen Liebenden in die Zukunft träumen. Das Leben wird als Spiegel dargestellt, in dem sich beide Generationen betrachten und sich gegenseitig inspirieren. Die Natur spielt eine wichtige Rolle im Gedicht, sie umgibt die Familienmitglieder und spiegelt ihre Gefühle wider. Das Bächlein rauscht mit einem Wanderlied, das Laub raschelt von den Bäumen, die Zeit zieht leise vorüber. Die Natur ist ein Symbol für die Vergänglichkeit des Lebens, aber auch für die Beständigkeit der Liebe, die über die Generationen hinweg besteht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildlichkeit
- Des Lebens Doppelspiegel Stand vor uns licht und wahr
- Kontrast
- Großvater und Großmutter...Ich und die Geliebte dabei
- Metapher
- Großvater und Großmutter, Die saßen im Gartenhag
- Personifikation
- Ein Bächlein rauschte vorüber Mit plätscherndem Wanderlied
- Stimmung
- Stumm zog das Gewölk am Himmel, Bis unseren Blicken es schied
- Symbolik
- Das Laub, verwelkt und zerstreut
- Vergleich
- Es lächelte still ihr Antlitz Wie sonniger Wintertag