Falscher Studiertrieb

Friedrich von Schiller

1789

O wie viel neue Feinde der Wahrheit! Mir blutet die Seele, Seh′ ich das Eulengeschlecht, das zu dem Lichte sich drängt.

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Interpretation

Das Gedicht "Falscher Studiertrieb" von Friedrich von Schiller kritisiert diejenigen, die Wissen um des Wissens willen suchen, ohne es zu verstehen oder anzuwenden. Schiller verwendet die Metapher der Eule, ein Tier, das traditionell mit Weisheit assoziiert wird, um diejenigen zu beschreiben, die sich dem Licht des Wissens zuwenden, aber nicht in der Lage sind, es zu erfassen oder zu nutzen. Die "neuen Feinde der Wahrheit" sind diejenigen, die sich als Gelehrte ausgeben, aber in Wirklichkeit das Wissen missbrauchen oder verfälschen. Schiller drückt seine Frustration und Enttäuschung über diese "Eulengeschlecht" aus, die sich dem Licht des Wissens zuwenden, aber nicht in der Lage sind, es zu erfassen oder zu nutzen. Er sieht sie als Hindernisse für die wahre Erkenntnis und den Fortschritt. Die "blutende Seele" des Dichters zeigt seine tiefe emotionale Betroffenheit über diese Entwicklung. Das Gedicht ist eine Warnung an diejenigen, die sich dem Studium widmen, aber nicht bereit sind, das Gelernte zu verstehen oder anzuwenden. Schiller fordert die Leser auf, nicht nur Wissen zu sammeln, sondern es auch zu verstehen und zu nutzen, um die Wahrheit zu erkennen und zu fördern.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Metapher
O wie viel neue Feinde der Wahrheit! Mir blutet die Seele
Personifikation
das Eulengeschlecht, das zu dem Lichte sich drängt