Euridyke

Gerrit Engelke

unknown

Orpheus! Orpheus! zerstrahle die Schatten, Brich leuchtend zu mir! Orpheus! mein Herz will ermatten - Mein Herz schreit nach dir! Orpheus!

Geliebter! Strahlender! die Nacht, die Nacht Droht; finsteres Wehen! Geliebter, ich sinke! ich sinke in Nacht Ich kann dich nicht sehen - Orpheus?

Geliebter - hörst Du mich rufen? Die Nacht wühlt mich zu - O, ich kann nicht - mehr rufen - Orpheus, wo - bist -du? Wo - bist –?

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Illustration zu Euridyke

Interpretation

Das Gedicht "Eurydike" von Gerrit Engelke ist eine dramatische und emotionale Auseinandersetzung mit der mythologischen Figur der Eurydike, der Frau des Orpheus. Es vermittelt eine tiefe Verzweiflung und Sehnsucht, die aus der Trennung der beiden Liebenden resultiert. Die Wiederholung des Namens "Orpheus" und die Ausrufezeichen betonen die Dringlichkeit und Intensität der Gefühle, die Eurydike empfindet. In den ersten beiden Strophen wird deutlich, dass Eurydike in einer dunklen, bedrohlichen Nacht gefangen ist und verzweifelt nach Orpheus ruft. Die Dunkelheit symbolisiert nicht nur die physische Umgebung, sondern auch die emotionale Isolation und das Gefühl des Verlustes. Die Wiederholung von "Orpheus!" und die Fragen, ob er sie hören kann, unterstreichen die Hoffnung und die Angst, die in ihrem Herzen wohnen. Die letzte Strophe zeigt den Höhepunkt der Verzweiflung. Eurydike kann nicht mehr rufen, ihre Stimme versagt, und sie fragt sich, wo Orpheus sein könnte. Die zerbrochene Syntax und die Pausen in den letzten Zeilen spiegeln ihren physischen und emotionalen Zusammenbruch wider. Das Gedicht endet mit einer unbeantworteten Frage, die die ewige Unsicherheit und das unerfüllte Verlangen nach Wiedersehen betont.

Schlüsselwörter

orpheus nacht geliebter herz sinke kann rufen zerstrahle

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Stilmittel

Anapher
Orpheus! Orpheus! zerstrahle die Schatten, Brich leuchtend zu mir! Orpheus! mein Herz will ermatten - Mein Herz schreit nach dir! Orpheus!
Ausruf
Geliebter! Strahlender!
Ellipsen
Orpheus, wo - bist -du? Wo - bist --?
Interjektion
O, ich kann nicht - mehr rufen -
Metapher
zerstrahle die Schatten
Personifikation
Die Nacht wühlt mich zu